Kiezbote bringt Pakete vom Mikrodepot zur Wunschzeit ins Haus

Kunden geben als Lieferadresse nicht ihre eigene, sondern den des Kiezboten an. Dieser bringt die Pakete in einem gewünschten Zeitfenster.

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Möglicherweise hat hier jemand Geburtstag.

(Bild: kiezbote.berlin)

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Kiezboten heißen die Lieferanten in einem Berliner Pilotprojekt, die Waren egal welchen Paketdienstleisters über die letzte Meile zum Adressaten transportieren. Seit dieser Woche sind sie in Charlottenburg-Wilmersdorf unterwegs und bringen die Pakete, wann die Adressaten es wünschen. Die Logistikunternehmen liefern ihre Pakete zu einem Mikrodepot, von dort werden sie mit Lastenfahrrädern oder Handkarren weiterbewegt.

Adressaten geben den Versendern nicht ihre Wohnungsanschrift an, sondern die Kiezboten-Lieferadresse. Wenn ein Paket eingetroffen ist, können die Adressaten mit einer Smartphone-App das Zeitfenster bestimmen, in dem sie vom Kiezboten beliefert werden wollen. Zuvor müssen sie sich für den Dienst registrieren.

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An dem Forschungsprojekt KOPKIB (Kundenorientierte Paketzustellung durch den Kiezboten) der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin beteiligt sind der Online-Händler Zalando SE, das Radlogistikunternehmen Cycle Logistics CL GmbH und die Forschungsabteilung der Logistikberatung 4flow AG. Sie wollen zunächst einmal sechs Monate lang den Zuspruch und die Bedingungen für einen Dienst auf der letzten Meile testen, der dafür sorgen soll, dass die Lieferwagen von DHL, UPS, Hermes & Co. nicht alle selbst durch den Kiez fahren müssen, sondern lediglich einen zentralen Punkt ansteuern, von dem aus die Waren umweltfreundlich verteilt werden.

Der wachsende Online-Handel und der damit ebenfalls zunehmende Lieferverkehr hat schon einige Ideen zutage befördert. Bundesverkehrminister Andreas Scheuer meinte jüngst beispielsweise, Pakete könnten per U-Bahn transportiert werden; die Berliner Verkehrsbetriebe zeigten sich dem gegenüber skeptisch. Auch an Lieferrobotern und Paketdrohnen wird getüftelt. Das Stichwort "Mikrodepots" fiel in Berlin bereits in dem Projekt "Kooperative Nutzung von Mikrodepots" (Komodo), in dem die Paketdienstleister DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS im Prenzlauer Berg Erfahrungen mit der Auslieferung mit Lastenfahrrädern sammelten.

(anw)