Kinder-Spiele mit Lootboxen: US-Sammelklage gegen Apple

Zufallsbasierte Lootboxen in beliebten Apps wie Mario Kart Tour könnten schon bei Kindern Spielsucht fördern, so die Kläger. Apple verdiene daran kräftig mit.

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(Bild: George Rudy / Shutterstock.com)

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Mit einer Sammelklage wollen Eltern Apple für die Verbreitung von Lootboxen in Spielen haftbar machen. Die zufallsbasierten "Kisten" seien ein Glücksspielelement, das letztlich Spielsucht fördere, besonders bei Kindern und Heranwachsenden, argumentieren die Kläger – das sei im US-Bundesstaat Kalifornien illegal.

Apple sei zwar nicht der Entwickler der Spiele, doch vermarktet der Konzern diese über seinen App Store, übernimmt die Abrechnung der In-App-Käufe – und streicht bei diesem Milliardengeschäft 30 Prozent Provision ein.

Die Kläger fordern, dass Apple alle darüber eingenommenen Beträge zurückerstatten muss und durch eine Verfügung dazu gezwungen wird, keine Spiele mit Lootboxen mehr für iPhone und iPad im App Store anzubieten. Apple sei bewusst, dass es sich bei diesem Spielelement letztlich um Glücksspiel handelt, heißt es in der Klage (Aktenzeichen 5:20-cv-03906 beim United States District Court Northern District of California – San Jose Division), denn der Konzern gibt in seinen Richtlinien klar vor, dass die Anbieter die Gewinnchance nennen müssen – das sei nicht anders als bei der Lotterie.

Die klagenden Eltern bemängeln insbesondere, dass die Lootboxen in vielen Spielen zu finden sind, die im App Store mit niedrigen Altersfreigaben geführt werden und dadurch auch von Kindern ungehindert heruntergeladen werden können.

Als Beispiele wird unter anderem Nintendos Mario Kart Tour aufgeführt, das im App Store ab 4 Jahren freigegeben ist und dessen Geschäftsmodell bereits kritisiert wurde. Auch bekannte Spiele wie FIFA Soccer (ebenfalls ab 4), Roblox (ab 12) und Brawl Stars (ab 9 Jahren) werden in der Klage genannt.

Für reales Geld verkaufte Spielwährungen wie "Juwelentruhen" und ähnliches sind seit langem ein gängiges Element in Mobilspielen. Trotz Kritik von Eltern, Jugendschützern und teils Verboten – wie etwa in Belgien – verbreiten sich zudem Lootboxen in immer mehr Spielen. Apple hat zwar im vergangenen Jahr die Altersfreigabe für Apps mit "simuliertem Glücksspiel" automatisch nach oben korrigiert – darunter etwa auch bei Apps wie Coin Master; andere Spiele mit Lootboxen und niedrigen Altersfreigaben werden bislang von Apple aber offenbar nicht als simuliertes Glücksspiel eingestuft. (lbe)