Kino-Bildwand: LG startet gleich mit 14-Meter-Version

Während Samsung zunächst eine kleinere Bildwand angeboten hatte, legt LG gleich mit der größeren Version los.

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Kino-Bildwand: LG startet gleich mit 14-Meter-Version

LG

Von
  • Nico Jurran

Im März 2018 öffnete in Zürich der europaweit erste Kinosaal mit einer LED-Wand statt Projektion – das war zugleich die erste Installation dieser Art weltweit für die Wiedergabe von 3D-Filmen. Zum Einsatz kam und kommt dabei der von Samsung entwickelte, 10,3 Meter breite und 5,4 Metern hohe Cinema LED Screen, den der Hersteller künftig unter dem Markennamen "Onyx Cinema LED" vertreibt.

Im Dezember des selben Jahres feierte dann die 14 Meter breite Version in einem Saal des Kinos "Capital Cinema" in Peking Weltpremiere, die wie die kleinere Version eine Auflösung von 4K (4096 x 2160 Pixel) bietet. Danach wurde immer wieder spekuliert, welches Unternehmen als nächstes in den Markt einsteigen würde.

Nun ist die Katze aus dem Sack: LG bietet künftig ebenfalls eine entsprechende Kino-Leinwand an – und gab nun Details des "LAD033F" genannten "LG LED Cinema"-Modells bekannt. Demnach startet das Unternehmen gleich mit der 14-Meter-Variante, die ebenfalls eine 4K-Auflösung bieten wird.

Die LED-Bildwände bestehen aus austauschbaren Kästen ("Cabinets"), die ihrerseits jeweils mehrere Module enthalten.

(Bild: c't)

Wie bei Samsung besteht auch die LG-Bildwand aus Einzelmodulen (sogenannte "Cabinets"), die sich individuell tauschen lassen. Ein nahtloser Einbau und eine hochpräzise Kalibrierung lassen bei gewöhnlichem Sitzabstand aber tatsächlich den Eindruck einer soliden schwarzen Wand entstehen. Bei der LG-Bildwand kommen 176 Cabinets (22 x 8) zum Einsatz.

Die technischen Daten der beiden Lösungen ähneln sich frappierend. So sprechen beide von einer üblichen Helligkeit von mindestens 48 cd/m2, was 2D-Kinoprojektoren entspricht. Die Bildwände können aber üblicherweise 300 bis 500 cd/m2 als Maximum erreichen – und ermöglichen so beispielsweise einen Betrieb bei eingeschalteter Saalbeleuchtung. Unterschiede gibt es lediglich beim angegeben horizontalen und vertikalen Blickwinkel: Während Samsung hier jeweils von 160 Grad spricht, ist bei LG von 120 Grad die Rede. Beim Kontrastverhältnis spricht LG von mindestens 4000:1.

Auf Konzerten und Messen sind LED-Bildwände schon lange im Einsatz. Schon Samsung behauptet gar nicht, die Grundtechnik erfunden zu haben. Wichtig ist, dass die Screens von Samsung und LG die offizielle Zertifizierung nach der "Digital Cinema Initiatives"-Spezifikation (DCI) erhalten haben. Ohne diese wäre sie für Kinobetreiber rausgeschmissenes Geld, da für die Vorführung der mit digitalem Rechtemanagement geschützten Kinofilme die Wiedergabekette komplett geschlossen sein muss.

Ein Cabinet der neuen LG-Bildwand. Die Auflösung beträgt hier jeweils 192 × 270 Pixel.

(Bild: LG)

Für Kinobetreiber ist schließlich interessant, dass LG eine Betriebsdauer von 100.000 Stunden garantiert, bis die LEDs nur noch die Hälfte ihrer ursprünglichen Helligkeit liefern. Dies entspricht bei einem Betrieb von 16 Stunden pro Tag einer Lebenszeit von über 17 Jahren.

Ein Umdenken erfordern die Bildwände beim Ton. Bei der Projektion gibt man die Frontkanäle schließlich einfach über Lautsprecher wieder, die hinter einer akustisch transparenten Leinwand stehen. Die Bildwand ist dafür nicht durchlässig genug.

Samsung holte sich Hilfe bei der Tochterfirma Harman. Deren Audiospezialisten platzierten am Ende unter der Bildwand einen Satz Subwoofer und über den Screen Lautsprecher für die Mitten und Höhen. Um beim Zuschauer den Eindruck zu erwecken, der Ton komme auch hier aus dem Bild, griff man zum einen zu psychoakustischen Tricks. Zum anderen werfen auf die vordersten Surround-Boxen montierte Zusatzlautsprecher die Töne der Frontkanäle in Richtung Bildwand, die sie in den Zuschauerraum reflektiert. Statt des Bildes projiziert man nun also den Ton.

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LG gibt wiederum an, bei LED Cinema zusammen mit Dolby eine Lösung gefunden zu haben, die sogar das 3D-Sound-Format Dolby Atmos im Zusammenspiel mit der Bildwand ermögliche.

Einen Preis für seine Kino-Bildwand nannte LG bislang noch nicht. Auch Samsung hält sich in diesem Punkt sehr bedeckt.

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(nij)