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Kleiner Zoomer: Canon PowerShot SX110 IS

Canons SX110 IS vereint eine kompakte Bauweise und gute Verarbeitung mit einem großen, bildstabilisierten Brennweitenbereich. Auffällig ist die mittlerweile ungewöhnliche Nutzung von AA-Batterien als Energiespender.

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(Bild: Canon)

Der erste Eindruck der SX110 IS ist hochwertiger als bei der Vorgängerin. Die unsauber verarbeiteten Tasten sind einem 3 Zoll großem Display mit einer Auflösung von 320 × 240 Pixeln gewichen. Die rechts davon liegenden Bedienelemente sind Canon-gewohnt sauber integriert und arbeiten einwandfrei. Allen voran die rädelnde Vierwegewippe, die nach Wunsch per Klick oder drehend durchs Menü führt. Das etwas schwergängige Funktionsrad auf der Stirnseite bringt den Fotografen von der Programmautomatik über die Zeit- und Blendenautomatik zu einem vollmanuellen Modus. Auch liegen hier die Motivprogramme und der reine Automatikmodus verborgen. Die Gesichtserkennung hat eine eigene Schnellzugriffstaste oberhalb der Vierwegewippe bekommen. Ein recht kleiner Haltewulst begünstigt den Haltekomfort, und der Daumen findet ausreichend Ablagefläche auf der Rückseite – wobei eine gummierte Fläche vorteilhafter wäre und für einen besseren Halt sorgen würde.

Zwei AA-Batterien versorgen die SX110 IS mit Strom, allerdings teilen sich die Batterien das Fach auf der Unterseite mit der SD/SDHC-Karte – beim Kartenwechsel drohen sie jedes Mal herauszufallen. Unschön ist auch die Platzierung des Stativgewindes direkt neben dem Karten-/Batteriefach, sodass die Stativplatte bei einem Karten-Batteriewechsel abgenommen werden muss. Allerdings ist der universelle Stromlieferant bei Kompaktkameras inzwischen eine Seltenheit, obwohl Nachschub weltweit erhältlich ist.

Ungewohnt ist der nicht automatisch ausklappende Blitz, der nur von Hand bewegt seinen Dienst versieht – das kann Anfangs zu einer längeren Suche führen. Das 10-fach-Zoom mit einem Brennweitenbereich von 36-360 mm (äquivalent Kleinbild; real 6-60 mm; f/2,8-4,3) ist stabilisiert und fährt geräuschvoll und recht träge aus dem kompakten Kunststoffgehäuse. Die 9-Megapixel-Kamera verteilt die Pixel auf einem 1/2,3 Zoll großen CCD, nutzt den Vorteil "weniger" Pixel auf vergleichsweise großem Sensor aber nicht zur Gänze aus.

Außenaufnahme mit ISO 100

Die Kamera erreicht bei ISO 100 einen guten Objektumfang von 9 Blenden, der auch bei ISO 400 noch 8 Blenden umfasst. Mit der mittleren Brennweite gelingen der SX110 IS harmonische Außenaufnahmen mit guter Farbtreue und Bilddetails – aber auch hier sind schon erste Säume an starken Kontrastübergängen zu erkennen, die in der Telestellung erheblich zunehmen. Ab ISO 400 reduzieren sich die Bilddetails, was unter anderem auf das vergleichsweise schlechte Signal/Rauschverhältnis von 21,8 S/Nx (siehe Kamera-Datenblatt) zurückzuführen ist. Selbst bei ISO 100 rauscht die Kamera schon stärker als man beim an sich günstigen Verhältnis von Auflösung zu Sensorgröße erwartet. Erfreulich ist der marginale Unterschied in der Auslöseverzögerung im Weitwinkel (0,5 Sekunden) und Telestellung (0,6 s).

Die gleiche Szene mit der Telebrennweite, bei der die chromatische Aberration weitaus stärker auftritt.

  • die Nachfolgerin der SX100 IS ist minimal kleiner, recht flach und noch griffgerecht, im schwarzen oder silberfarbenen Kunststoffgehäuse
  • stabilisiertes 10-fach-Zoom
  • 3"-Display mit großem Blickbereich und scharf
  • 4-Wege-Wippe auch als Einstellrad für Belichtungswerte oder manuellem Fokus
  • ergonomische Bedienung über Zentralrad, Shortcuts, Funktions- und Hauptmenü
  • Auto-ISO nur bis 200
  • Gesichtserkennungs-Autofokus mit eigener Taste
  • Autofokus auch in Telestellung passabel, praktische manuelle Fokusfunktion
  • Multi-Selbstauslöser
  • Teil- und vollmanuelle Belichtung
  • geringe Folgekosten durch herkömmliche AA-Zellen und Standard-Netzteilbuchse
  • weitwinkelschwaches Objektiv mit mäßiger Zoom-Geschwindigkeit
  • Display nicht entspiegelt, mit zu grobem Menü-Layout
  • Histogramm nur bei Wiedergabe
  • in Telestellung höherer Lichtbedarf für Autofokus
  • nur zentrales Autofokusfeld oder Gesichtserkennungstaste
  • mäßige Serienbildrate
  • lange Blitzladezeit
  • Videomodus ohne HD-Auflösung, Autofokus und Zoom und mit platzraubender MJPEG-Kompression
  • mäßiger Ton mit nur 8 Bit und 11 kHz
  • SD-Card-Slot nicht seitlich
  • Stativgewinde direkt am etwas hakeligen Akku/Card-Fach
  • Akkuanzeige erst bei Energiemangel
  • hoher Maximalkontrast bei ISO 100
  • sehr guter Weißabgleich
  • hohe zentrale Auflösung, noch moderater Randabfall
  • zügige, endlose Bildserien
  • geringe Auslöseverzögerung
  • schlechtes Signal/Rausch-Verhältnis bereits bei ISO 100
  • nur passable Vignettierungswerte, in Weitwinkelposition starke Verzeichnung
  • in Telestellung erhöhte chromatische Aberrationen

c't Kiste bei ISO 100

Bilder in Originalgröße

Die Aufnahme der c't-Kiste zeigt etwas warm getönte Farben mit zufriedenstellender Schärfe und Bilddetails. Moirés zeigen sich am Linienchart und dem Sieb. Die SX110 IS neigt zu Farbsäumen an kontrastierenden Hell/Dunkel-Kanten. Bei ISO 80 rauscht die Kamera nur gering, bei ISO 100 treten allerdings schon erste unruhige Flächen und wolkige Farbrauschanteile auf. Sobald die Empfindlichkeit höher gestellt wird, treten starke Detailverluste auf. (rst)

Der Vergleich eines Details zeigt die Zunahme des Rauschens. Von links nach rechts: ISO 100, ISO 200, ISO 400, ISO 800, ISO 1600.

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