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80.000 Weltkriegsbilder eingefärbt

3 Jahre Produktionszeit, 6,2 Mio. Euro Produktionskosten: Am 18. Juli beginnt die fünfteilige Dokureihe "Apokalypse Erster Weltkrieg" auf dem National Geographic Channel. Dafür hat ein Team über Jahre rund 80.000 Bilder eingefärbt.

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1914 erlebte das zwanzigste Jahrhundert den Beginn seines ersten Weltkriegs. Die Farbfotografie war zwar erfunden, Videomaterial aus dieser Zeit wurde aber fast ausschließlich in schwarz-weiß aufgenommen, hatte keinen Ton und wirkt nicht zuletzt deshalb oft seltsam irreal und wie aus einer anderen Welt. Das zu ändern hat sich Dokureihe "Apokalypse Erster Weltkrieg" vorgenomen, die ab dem 18. Juli um 21.05 Uhr Freitags auf dem National Geographic Channel zu sehen ist.

Bilder aus der National Geographic-Dokureihe "Apokalypse Erster Weltkrieg" (9 Bilder)

(Bild: National Geographic)

Historisches Filmmaterial öffentlicher Quellen wurden dazu in dreijähriger Kleinstarbeit aufwendig restauriert, koloriert und nachvertont. Das Ergebnis ist deutlich realistischer wirkendes Film- und Bildmaterial, das dadurch einen besseren Zugang zum Zeitgeschehen erlaubt.

Ein Aspekt: die Kolorierung. Dafür hat der französische Filmspezialist François Montpellier und sein vierköpfiges Team jedes Bild der Dokumentation erfasst und damit über 80.000 Szenenbilder eingefärbt.

Der Prozess der Nachkolorierung begann mit der Recherche nach Referenzmaterial aus den Bereichen Architektur, Mode, Kunst und Geschichte wie Uniformen, Straßenschilder oder Gebäudefassaden. Diese Gegenstände geben dem Koloristen ein Gefühl für die Farben der Zeit und ermöglichen es ihm, zeittypische Farbprofile zu erstellen. Die Grundlage der Kolorierung bildet der Schwarz-Weiß-Film, der nur aus Helligkeitswerten von Schwarz bis Weiß und allen Grauschattierungen dazwischen besteht.

Anhand der Referenzgegenstände werden Farbwerte für die einzelnen Teile des Bildes ermittelt. War ein Knopf an der Uniform zur damaligen Zeit aus Kupfer, weiß der Kolorist also, dass der Grauton des Knopfes im Film der Farbcode für "Kupfer" sein muss. Im Idealfall kann der Kolorist jedes Bild in einzelne Flächen zerlegen – er definiert so eine Wand oder einen Arm. Durch ein spezielles Verfahren behalten die zugewiesenen Bereiche ihre Farbprofile über verschiedene Bilder hinweg. Ein Helm bleibt so eine ganze Szene über dunkelgrün und muss nicht Bild für Bild nachgefärbt werden.

Einige Bildelemente können allerdings nicht nur mit einem bestimmten Farbwert eingefärbt werden. So besteht der Wagon eines Zuges nicht nur aus einfarbigen Flächen, sondern wird erst durch die Zusammensetzung aus mehreren Farbtönen authentisch. Diese Kombination aus Farbwerten speichert der Kolorist ab, so dass die gleiche Wand in den folgenden Szenen stets richtig eingefärbt werden kann.
Unklarheiten oder kleine Fehler werden anschließend noch per Hand koloriert. Der Kolorist muss bei seiner Arbeit viele kleine Details wie das Wetter und die damit verbundenen Lichtverhältnisse berücksichtigen. Auch welche Flaggen in den Schlachten zu sehen waren und welche Uniformen von welcher Einheit getragen wurden, muss im Vorhinein gründlich recherchiert werden. Schließlich ist nicht jede Uniform nur grün, sondern ordnet sich im Regelfall auf einem Spektrum zwischen grün und ockerfarben ein.

Die Dokureihe "Apokalypse Erster Weltkrieg", läuft ab dem 18. Juli 2014 in fünf Episoden jeden Freitag um 21.05 Uhr im National Geographic Channel. Weitere Infos und Videos zur Sendung unter gibt es auf der Website sowie auf Facebook. (keh)