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Know-how Farben (Teil 3): Mit kleinen oder großen Schritten durch den Farbraum

In den ersten beiden Folgen haben wir uns mit dem praktischen Nutzen von Farbprofilen beschäftigt Jetzt schauen wir uns die digitale Kodierung der Farben etwas näher an und fragen: Wie groß oder klein soll oder darf ein Farbraum sein?

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(Bild: PicciaNeri - Fotolia.com)

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Worüber die Physiker noch rätseln, nämlich ob der Raum "gequantelt", also nicht beliebig fein unterteilbar ist, das ist im Farbraum bittere Realität. Wir haben ja für seine digitale Darstellung in der Regel nur 8 Bit, also 256 diskrete Werte pro Dimension (d.h. pro Farbe) zur Verfügung. Der Anteil von „Rot“ in einer bestimmten RGB-Farbe muss immer zwischen 0 und 255 liegen und immer ganzzahlig sein, ein Anteil von beispielsweise „42,5“ ist nicht möglich. Nebenbei gesagt, ist deshalb auch die exakte Darstellung eines 50%-Grau nicht möglich: Die Mitte zwischen 0 und 255 liegt bei 127,5, zulässig sind aber nur die Werte 127 oder 128. Im Farbraum kann man sich nur in ganzen Schritten bewegen, das hat er mit der Quantenwelt gemein, zusätzlich ist es in ihm aber auch noch recht eng, denn nach 255 Schritten ist Schluss, dann stößt man sich den Kopf.

So liegen die 32x32 = 1024 Farben des links abgebildeten Farbquadrats im dreidimensionalen RGB-Farbraum (rechts). Solche anschaulichen 3D-Darstellungen können Sie mit dem kostenlosen Javaprogramm ColorInspector 3D (http://www.f4.fhtw-berlin.de/~barthel/ImageJ/ColorInspector/hilfe.htm) erzeugen. Es gibt auch ein gleichnamiges Firefox-Plug-In mit geringerem Funktionsumfang.

(Bild: Ralph Altmann)

Aber halt: Sie werden jetzt zu recht einwenden, dass man über die Enge oder Weite eines (Farb-)Raums gar nichts aussagen kann, solange man nicht die Maßeinheit kennt, in der seine Größe gemessen wird. Schritte sind relativ, Farbräume auch. Erst wenn man den konkreten Farbraum (bzw. das Farbprofil, was auf das Gleiche hinausläuft) kennt, kann man etwas über die Größe aussagen, hatten wir in der ersten Folge (www.heise....) gesehen. Im Profil stecken die Maßeinheiten für die Schrittlängen, mit denen man vom Ursprung des Raumes, dem tiefen Schwarz, zu den Primärfarben Rot, Grün und Blau kommt. In einem wirklich engen Farbraum, zum Beispiel dem eines Office-RGB-Farbdruckers, steht die Zahl 255 für ein deutlich blasseres Rot als im Farbraum eines Wide-Gamut-Monitors. Die gleiche Zahl bezeichnet zwei recht unterschiedliche Farben. Ganz wie im richtigen Leben: Die Zahl „120“ bezeichnet ja auch ganz unterschiedliche Entfernungen, je nachdem, ob man Meter, Fuß oder Lichtjahre dahinter setzt.