Koelnmesse: Photokina bis auf Weiteres ausgesetzt

Harter Schritt nach 70 Jahren: Die Koelnmesse setzt die weltgrößte Fotomesse Photokina bis auf Weiteres aus. Grund ist der stark rückläufige Markt.

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Das war einmal: Dichtes Gedränge in den Hallen der Photokina.

(Bild: Photokina/ Kölnmesse)

Von
  • Sophia Zimmermann

Angesichts der massiv rückläufigen Entwicklung in den Märkten der Imaging-Produkte hat sich die Koelnmesse dazu entschieden, die Leitmesse der Branche bis auf Weiteres abzusagen. Damit findet auch 2022, anders als ursprünglich geplant, keine Photokina statt. Koelnmesse-Geschäftsführer Gerald Böse erläutert: "Die Rahmenbedingungen der Branche bieten leider aktuell keine tragfähige Basis der internationalen Leitmesse für Foto, Video und Imaging."

Bereits lange vor der Corona-Pandemie habe der Markt mit Rückgängen im zweistelligen Bereich zu kämpfen gehabt, 2020 habe sich diese Dynamik massiv verstärkt. Seit 2014 reagierte die Messe mit Konzeptanpassungen, Turnus- und Terminänderungen. Doch das habe die Situation nicht grundlegend verbessert. Im Gegenteil: Namhafte Hersteller wie Leica, Nikon oder Olympus hatten ihre Teilnahme für 2020 bereits im vergangenen Jahr abgesagt.

Die Integration von Smartphone-Fotografie und -Videografie sowie Social-Media-Inhalten hätten den Ausfall großer Teile des klassischen Markts nicht kompensieren können. Im Gegenteil. Oliver Frese, Chief Operating Officer der Koelnmesse, erklärt: "So ist die Gesamtlage mit dem Qualitätsanspruch der Photokina als einer weltweit renommierten Marke, die für höchste Qualität und Professionalität im internationalen Imaging-Markt steht, nicht vereinbar."

Die Entscheidung hat die Messe gemeinsam mit dem Photoindustrie-Verband (PIV) getroffen. Dieser bedankt sich für die gemeinsamen 70 Jahre. Auch, wenn sich die Verantwortlichen ein Hintertürchen offenlassen, steht die Messe, die seit 1950 regelmäßig stattfand, damit praktisch vor dem Aus – zumindest vor einer sehr ungewissen Zukunft.

Unerwartet kommt das nicht, denn die Messe hat seit Langem Probleme und wird seit Ende 2018 immer wieder umgelegt beziehungsweise verschoben, erst auf Mai 2019, dann auf Mai 2020. Im März dieses Jahrs kündigten die Verantwortlichen dann Mai 2022 als neuen Termin an. Nun also ein Aussetzen auf unbestimmte Zeit.

(ssi)