Komet am Nachthimmel: NEOWISE ist der Erde so nah wie lange nicht mehr

Erst im März haben Forscher den Kometen C/2020 F3 NEOWISE entdeckt, schon begeistert er Beobachter in aller Welt. Bei gutem Wetter ist er auch hier zu sehen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 37 Beiträge

NEOWISE am Nachhthimmel Arizonas

(Bild: NASA/Vishnu Reddy)

Von

Lediglich alle 5000 bis 7000 Jahre kommt der Komet C/2020 F3 (NEOWISE) der Erde so nahe, dass er mit bloßem Auge zu sehen ist – und aktuell ist es wieder so weit. Nachdem er vergangenen Sonntag seine größte Annäherung an die Sonne innerhalb des Merkurorbits erreicht hatte, ist er nun schon wieder auf dem Weg an den Rand des Sonnensystems. Seine größte Annäherung an die Erde wird er am 23. Juli erreichen, aber schon jetzt ist er in den frühen Morgenstunden am nordnordöstlichen Nachthimmel auszumachen.

Der Komet C/2020 F3 NEOWISE (7 Bilder)

NEOWISE, gesehen aus der ISS
(Bild: Bob Behnken, NASA)

Der Komet war erst am 27. März mit dem gleichnamigen Weltraumteleskop der NASA entdeckt worden. "Direkt als wir erkannten, wie nah er der Sonne kommen wird, hatten wir die Hoffnung, dass er eine gute Show veranstalten wird", erklärt Amy Mainzer von der University of Arizona. Denn in der Nähe der Sonne werden die äußersten Schichten des Kometen gekocht und Gas sowie Staub herausgelöst, die den charakteristischen Schweif bilden, wie die NASA erklärt. Den Analysen der Forscher zufolge misst NEOWISE ungefähr fünf Kilometer im Durchmesser und ist mit rußigen, dunklen Flecken übersät, die noch aus der Zeit seiner Entstehung vor 4,6 Milliarden Jahren stammen.

Während der Komet aktuell hierzulande ab 3 Uhr morgens zu sehen ist – wenn das Wetter mitspielt – wird er ab dem 18. Juli nur noch abends am Himmel auftauchen, erklärte die Wissenschaftlerin Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg der dpa. Wie hell der leuchtende Punkt mit dem Schweif bei seiner größten Annäherung an die Erde scheinen wird, ist noch völlig unklar: "Kometen sind immer ein bisschen unberechenbar. Das müssen wir einfach abwarten." Auch von wo aus er zu sehen ist, ist ungewiss. Denn nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts ziehen bis mindestens Samstag immer wieder dichte Wolken über Deutschland hinweg, die den Blick in den Himmel versperren.

(mho)