Kompakter E-Camper: Mercedes Concept EQT Marco Polo

Mercedes zeigt auf Basis der T-Klasse die Studie eines vergleichsweise kleinen Campers mit Elektroantrieb. Das Serienmodell soll 2023 folgen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 22 Beiträge
Mercedes Concept EQT Marco Polo

(Bild: Mercedes)

Von
  • Martin Franz

Der Elektroantrieb ist unter Campern bislang nicht sonderlich populär. Kein Wunder, werden die meist großen und schweren Fahrzeuge doch vornehmlich auf der Langstrecke eingesetzt. Mercedes versucht nun, mit einem kompakten Camper auf Basis der T-Klasse der Zielgruppe den E-Antrieb schmackhaft zu machen. Das dürfte nicht ganz einfach werden, trotz interessanter Ansätze.

Mit rund 4,5 m ist der EQT Marco Polo viel kürzer als ein normales Wohnmobil. Dementsprechend muss der Besitzer sich etwas einschränken. Immerhin können auf zwei Doppelbetten bis zu vier Personen im EQT übernachten, aufgrund der Abmessungen kommen sie sich dabei zwangsläufig allerdings sehr nahe. Auf Wunsch gibt es eine kleine Bordküche und allerlei praktisches Campingzubehör. Eine Campingbox und ein Klappdach mit Photovoltaik-Modulen bezieht Mercedes von Brabus. Auch Ofen, Spülbecken, Kühlbox und weiteren Campingmodule kommen vor dort.

Der Antrieb ist bereits aus dem Renault Kangoo E-Tech Electric bekannt. 90, 80, 45 lauten die Eckdaten für Antriebsleistung, maximale Ladeleistung und Energiegehalt der Batterie. Im WLTP sollen bis zu 280 km möglich sein. Es wird sicher spannend zu beobachten, ob die Zielgruppe das in dieser Form akzeptiert, denn unter realistischen Bedingungen dürften 45 kWh in einem bepackten EQT eher eine Reichweite von 200 km erwarten lassen, sofern man eine kleine Reserve einplant.

Mercedes Concept EQT Marco Polo (9 Bilder)

Der hier gezeigte Mercedes EQT Marco Polo ist eine seriennahe Studie, wie unter anderem am gewählten Reifenformat deutlich wird. In der Praxis wird die Zielgruppe eine solch geringe Flankenhöhe kaum wählen, sondern Pneus nehmen, die sich an der Dämpfung beteiligen.

Noch ist der EQT Marco Polo nur eine seriennahe Studie. Offiziell zu kaufen soll es ihn erst ab Mitte 2023 geben, dann auch mit zwei unterschiedlichen Längen. Gut möglich, dass Mercedes und Renault noch zu dem Schluss kommen, dass mit 60 bis 80 kWh die Verkaufschancen erheblich steigen und die Kunden die Mehrkosten akzeptiert. Dann dürfte eine entsprechende Version rasch folgen. Denn mit 45 kWh und 80 kW Ladeleistung wird es nicht ganz einfach, für ein Reiseauto zu argumentieren.

(mfz)