Konkurrierende ID-Dienste Verimi und Yes schließen sich zusammen

Die deutschen Start-ups Verimi und Yes wollen den Markt digitaler Identitäten nicht Firmen wie Google und Apple überlassen. Nun machen sie gemeinsame Sache.

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(Bild: fizkes/Shutterstock.com)

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Die bislang im Wettbewerb stehenden Identifizierungsdienste Verimi und Yes schließen sich zusammen. Das teilten beide Start-ups am Montag in Berlin mit. Verimi bietet mit seiner ID-Wallet eine branchenübergreifende Identitätslösung an, mit der Kunden unter anderem sich digital ausweisen, einloggen und bezahlen oder unterschreiben können. Yes verfolgt einen ähnlichen Ansatz mit einem Schwerpunkt auf Finanzdienstleistungen. Finanzielle Details zum Zusammenschluss wurden nicht genannt.

Verimi wird von Unternehmen wie der Allianz-Versicherungsgruppe, Axel Springer, Bundesdruckerei, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Volkswagen, Mercedes-Benz und Lufthansa getragen. Yes ist ein Projekt der Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Die nun zusammengeführte Infrastruktur von Verimi und Yes hat nach Angaben der Unternehmen im Jahr 2022 weit mehr als 10 Millionen Transaktionen abgewickelt. Konkrete Angaben zu Nutzerzahlen machten aber beide Anbieter nicht. Verimi sprach gegenüber dem Handelsblatt von einer "siebenstelligen Zahl an Wallet-Accounts".

Verimi und Yes teilten mit, an der gemeinsamen Gesellschaft seien 25 Unternehmen beteiligt. Mit der gebündelten Reichweite aller Gesellschafter werde künftig nahezu jeder Verbraucher in Deutschland das gemeinsame Angebot in persönlichen Anwendungsfällen im Alltag nutzen können. Allein die drei großen Partner aus der Kreditwirtschaft, darunter Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Deutsche Bank deckten mit über 50 Millionen Privatkundinnen und Privatkunden mehr als 50 Prozent des deutschen Marktes ab.

Die Dienstleistungen von Verimi und Yes sollen ins Spiel kommen, wenn bei bestimmten Geschäften eine Identifizierung notwendig ist. Dazu gehören etwa Versicherungsverträge, Finanzierungsvereinbarungen, Leasingverträge oder ein Abschluss eines Mobilfunkvertrages. Etliche Online-Händler verlangen aber auch beim Verkauf einer hochwertigen Ware, etwa eines teuren Smartphones, einen Identitätsnachweis, um betrügerischen Bestellungen vorzubeugen. Zuletzt hatte die Barmer Krankenkasse Verimi und T-Systems beauftragt, eine Lösung zu entwickeln, um den 8,7 Millionen Versicherten der Barmer die Möglichkeit zu bieten, ihre Versichertenkarte auf das Smartphone zu übertragen.

Die Volks- und Raiffeisenbanken und Sparkassen, die hinter dem ID-Portal Yes.com stehen, sollen allerdings nach Berichten der Fachdienste Finance Forward und Finanz-Szene mit der operativen Entwicklung bei Yes zunehmend unzufrieden gewesen sein. In den einschlägigen Gremien des Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) sei auch über einen Ausstieg bei Yes diskutiert worden.

(axk)