Konzentration im Werbeblocker-Markt: Eyeo kauft Blockthrough

Der Hersteller von Adblock Plus will mit der Übernahme des Adtech-Anbieters Werbekunden helfen, Werbung bei 250 Millionen Adblocker-Nutzern auszuspielen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 32 Beiträge

(Bild: Ulf Wittrock/Shutterstock.com)

Von
  • Torsten Kleinz

Die Kölner Firma Eyeo ("AdBlock Plus") hat am Dienstag die Übernahme der Firma Blockthrough bekanntgegeben. Der kanadische Werbedienstleister ist darauf spezialisiert, Werbung bei Nutzern auszuspielen, die einen der gebräuchlichen Werbeblocker installiert haben. Mit der Übernahme setzt sich die langjährige Konsolidierung des Marktes fort. Bereits 2018 hatte Blockthrough den irischen Konkurrenten Pagefair aufgekauft.

Unterdessen hat Eyeo mit seinem Geschäftsmodell der "Acceptable Ads" immer mehr konkurrierende Adblocker unter Vertrag genommen, um Nutzern Werbung ausspielen zu können und dafür eine Provision zu kassieren. Dafür muss die Werbung allerdings den Regeln entsprechen, die zum Beispiel Bewegtbildwerbung untersagen. Nach Angaben von Eyeo können inzwischen 250 Millionen monatlich aktive Nutzer mit der zugelassenen Werbung erreicht werden. Im Januar wurden die Regeln etwas gelockert.

Hatte es Eyeo in der Vergangenheit anderen Firmen überlassen, sogenannte "nicht nervende" Werbung an die Anforderungen anzupassen, richtet sich das Unternehmen nun weiter auf den Werbemarkt aus, der die wichtigste Einnahmequelle darstellt. Mit "Trestle" etwa wendet sich Eyeo direkt an Werbekunden und verspricht ihnen eine junge, technikbegeisterte Zielgruppe. Mit Crumbs veröffentlichte Eyeo ein Browser-Plugin, das Interessenprofile im Browser speichern soll, statt Nutzer quer durch das Internet zu tracken. Laut Google Web Store wurde das Plugin mittlerweile rund 90.000 Mal installiert. Google verfolgt mit der Privacy Sandbox ein ähnliches Konzept.

Durch Änderungen am Erweiterungs-Interface des Browsers Chrome stehen viele Adblocker derzeit vor technischen Problemen, da Google den Ressourcenverbrauch wesentlich eingeschränken will. Um die immer längeren Filterlisten abzulösen, experimentiert Eyeo derzeit auch mit Künstlicher Intelligenz, um Werbung weiterhin effizient ausfiltern zu können. Unterdessen etabliert sich eine neue Kategorie von Inhalteblockern: Immer mehr Programme offerieren das Ausblenden von Cookie-Bannern.

(vbr)