Kritik an Final Cut Pro: Apple gelobt Besserung

In der Antwort auf einen offenen Brief von zahlreichen Profis heißt es, man wolle künftig stärker auf die Branche hören und die App besser bewerben. Reicht das?

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Final Cut Pro in Aktion.

(Bild: Apple)

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Von
  • Ben Schwan

Apple hat auf die sich verstärkende öffentliche Kritik aus der Filmbranche an seinem hauseigenen Profischnittprogramm Final Cut Pro (FCP) reagiert. In einem Schreiben, das auf dem Fachportal Fcp.co veröffentlicht wurde, heißt es, man sei "dankbar für das Feedback", wolle gewünschte neue Funktionen umsetzen und Experten stärker einbinden. Außerdem soll ein breiteres Trainings- und Bildungsangebot dafür sorgen, dass FCP in der Branche wieder stärker Verwendung findet.

FCP wurde über lange Jahre in vielen Film- und TV-Produktionen eingesetzt. Mit Start der komplett neuen Version Final Cut Pro X (die heute wieder nur Final Cut Pro heißt) vor mittlerweile 11 Jahren änderte sich das – Profis wandten sich mehr und mehr von der Software ab, weil anfangs Features fehlten. Das Resultat: Obwohl FCP mittlerweile sehr fähig ist, hat das Tool sein altes Standing in Hollywood noch immer nicht wieder erreicht.

Die alte Kritik wurde im April in einen neuen offenen Brief gegossen, den zahlreiche bekanntere und unbekanntere Cutter und Filmschnittexperten unterzeichneten. Darin heißt es, Apple müsse mehr tun, um die Verwendung von FCP in der Branche zu fördern. Ergo: Die Profis wünschten sich mehr Ernsthaftigkeit. Zudem sollten "die wenigen noch fehlenden Funktionen", die Nutzer seit Jahren fordern, nachgereicht werden.

Die Unterzeichner des Schreibens stören sich unter anderem daran, dass Apple nicht mehr tut, um FCP im Videogeschäft zu bewerben. So sei es etwa in Frankreich schwierig, überhaupt eine Genehmigung für die Verwendung von FCP bei TV-Projekten zu erhalten. Es fehle an einem Betaprogramm für FCP, um neue Funktionen frühzeitig testen zu können. Auch die Zusammenarbeit mehrerer Nutzer über Standorte hinweg sei nur schwer möglich, so einige der genannten Kritikpunkte.

In Apples Antwortschreiben heißt es nun, mit FCP seien beeindruckende Projekte gestemmt worden – von Hollywood-Filmen über Werbefilme bis hin zu TV-Shows "und [Videos] der größten Namen in der Online-Inhalte-Produktion". Es sei aber wichtig, auf diesen Errungenschaften aufzubauen. Apple wolle daher neue Zertifizierungen für "Pro Video" einführen, ein Panel aus Industrieexperten versammeln, um regulär dessen Meinung zu FCP abzufragen, sowie regelmäßig neue Workshops für große Film- und TV-Produktionen veranstalten.

[Update 20.05.22 21:59 Uhr:] Apple hat am Donnerstag auch ein neues Update für Final Cut Pro publiziert. Version 10.6.3 soll eine "größere Zuverlässigkeit beim Ersetzen von Übergängen per Drag & Drop" bieten und ein Problem beheben, bei dem eigene Toneffekte unter Umständen nicht in der Toneffektübersicht angezeigt werden. Zudem gibt es weniger Probleme beim Bewegen von Übergängen in verbundene Clips. iMovie 10.3.3 liefert ebenfalls einen Fix für Drag & Drop-Probleme.

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(bsc)