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Kritik an Panzermodell in Videospiel: Nutzer leakt geheime Pläne

Weil das digitale Modell eines Panzers in einem Computerspiel nicht richtig sei, hat ein britischer Soldat geheime Dokumente dazu veröffentlicht.

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(Bild: War Thunder)

Von
  • Martin Holland

Offenbar um Kritik am Design eines britischen Panzers in dem Computerspiel "War Thunder" zu untermauern, hat ein Spieler geheime Dokumente zu dem Kriegsgerät im zugehörigen Forum veröffentlicht. Das hat zuerst das britische Branchenmagazin UK Defense Journal berichtet und inzwischen hat das Verteidigungsministerium des Vereinigten Königreichs dem Guardian gegenüber erklärt, dass es sich augenscheinlich um einen "echten Auszug" gehandelt habe. Der Verantwortliche für das ungewöhnliche Leck hatte sich demnach als ehemaliger Kommandeur eines Challenger 2 bezeichnet und forderte Nacharbeiten an dem digitalen Modell des Panzers in dem Free-to-Play-Spiel aus Russland.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

"War Thunder" ist das wichtigste Produkt des in Moskau gegründeten und mittlerweile in Budapest ansässigen Entwicklerstudios Gaijin Entertainment. Darin lassen sich zu Wasser, Land und in der Luft Schlachten schlagen, abgebildet wird alles zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Gegenwart. Verfügbar ist dafür unter anderem der britische Kampfpanzer Challenger 2, der dem ehemaligen Kommandeur nun offenbar so nicht genehm war. Der müsse "richtig modelliert" werden, zitiert der Guardian aus dem zugehörigen Blogeintrag und die angefügten Dokumente würden deutlich machen warum. Dabei ging es dem Autor offenbar um die Anordnung der Komponenten. Bei dem beigefügten Auszug aus einer Bedienungs- und einer Wartungsanleitung war demnach die Klassifizierung "UK Restricted" durchgestrichen und eine Einstufung "Unclassified" hinzugefügt worden.

Beim britischen Verteidigungsministerium ist man dem Bericht zufolge aber sicher, dass die Dokumente weder bereits veröffentlicht waren noch dafür vorgesehen sind. Es werde nun eine interne Untersuchung geben. Gegenüber Gaijin wurde Forenmoderatoren zufolge bereits versichert, dass die Dokumente geheim sind, auf deren Verbreitung stünden bis zu 14 Jahre Haft. Im Forum wurden deshalb alle Dokumente und Kopien gelöscht, gleichzeitig appellieren die Betreiber an die Nutzer und Nutzerinnen, die nicht mehr hochzuladen: "Jedes Mal wenn ihr sie hier einstellt, bringt ihr uns (Vertreter von Gaijin Entertainment) in Teufels Küche, weil die unautorisierte Vorhaltung der Dokumente eine Straftat ist".

Während der Vorgang nun aber nicht nur für Kopfschütteln sorgen dürfte, wird in dem betroffenen Forum gefordert, dem geleakten Material zumindest Rechnung zu tragen und das Panzermodell zu überarbeiten. Dem hat ein Moderator aber bereits eine Absage erteilt: Man greife nur auf wirklich öffentliches Material zurück. Außerdem erklärt Smin1080p noch, dass das nicht einmal der erste Fall war, in dem geheime Dokumente dort geteilt worden seien.

(mho)