Kritischer Prozess LSASS: Microsoft bestätigt Absturzproblem unter Windows 10

Nach einem Upgrade auf Windows 10 20H2 kann es zu Abstürzen des Local Security Authority Subsystem Service (lsass.exe) mit Neustart des Betriebssystems kommen.

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(Bild: Anton Watman/Shutterstock.com)

Von
  • Günter Born

Manche Systeme mit Windows 10 Version 20H2 stürzen bei bestimmten Aktionen mit einem BlueScreen und dem Stop-Code 0xc0000374 ab. Verursacher ist in allen Fällen der kritische Prozess LSASS (Local Security Authority Subsystem Service, C:\WINDOWS\system32\lsass.exe). Die Maschine muss im Anschluss neu gebootet werden. Ein betroffener Anwender hatte sich bereits im Oktober an den Autor gewandt und von einem unschönen Problem berichtet, und es gibt offenbar weitere Betroffene.

Der Fehler tritt beispielsweise beim Auflisten der Benutzergruppen in der Computerverwaltung auf. Gemeinsames Fehlerbild der Fälle ist, dass es jeweils nur einzelne Maschinen betrifft, wobei sowohl isolierte Clients als auch Systeme mit Domänenmitgliedschaft darunter waren. Zudem zeichnete sich ab, dass es sich um Systeme handelte, die von einer früheren Windows-Version per Upgrade aktualisiert wurden. Nach einer Neuinstallation war das Problem beseitigt. Der Autor meldete das Problem über diesen Microsoft Answers-Foreneintrag an die Microsoft-Entwickler.

Nach einer Untersuchung bestätigte Microsoft zum 6. November das Absturzproblem in einem Supportdokument, wobei aber Windows 10 Version 20H2 sowie auch die Version 2004 als betroffen genannt werden. Laut Microsoft kann der Absturzfehler "Ihr PC wird in einer Minute automatisch neu gestartet" in lsass.exe nach einem Upgrade auf Windows 10 Version 20H2 auftreten.

Getriggert wird der BlueScreen beim Auflisten der Benutzer während der Windows-Anmeldung oder in der Computerverwaltung bei der Verwaltung lokaler Benutzer bzw. Gruppen. Möglicherweise findet sich im Anwendungsereignisprotokoll ein Fehlereintrag mit der Ereignis-ID 1015 samt dem Hinweis, dass LSASS.EXE mit dem Statuscode 0xC0000374 fehlgeschlagen ist. In einem Microsoft Answers-Forenbeitrag gibt Benutzer "yaedo" an, dass der Absturz bei ihm zyklisch durch einen Hintergrundprozess getriggert wird.

Betroffen sind laut Microsoft aber nur Geräte, bei denen eines der lokalen integrierten Konten (Built-in-Konten) wie Administrator oder Gast umbenannt wurde. In einigen Firmenumgebungen werden diese Konten aus Sicherheitsgründen standardmäßig umbenannt. Betroffenen Nutzern und Administratoren bleiben aktuell nur zwei Optionen als Workaround: Microsoft empfiehlt im Supportbeitrag ein Zurückgehen auf die vor dem Upgrade verwendete Windows-Version. Alternativ besteht die Möglichkeit, Windows 10 frisch aufzusetzen. Dann tritt der Fehler auch nicht auf, da noch keine integrierten Benutzerkonten umbenannt wurden.

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Microsoft arbeitet inzwischen an einer Fehlerkorrektur für dieses Problem und will diese im Rahmen der kommenden Update-Zyklen ausliefern. Zudem plant das Unternehmen, in den kommenden Wochen aktualisierte Bundles und aktualisierte Installationsmedien bereitzustellen, um das Problem bei Upgrades zu verhindern.

Microsoft hat einen Upgrade-Blocker für die betroffenen Windows-10.Versionen aktiviert.

(Bild: Microsoft (windows.net))

Gleichzeitig hat Microsoft für betroffene Maschinen einen Upgrade-Blocker auf Windows 10 2004 und 20H2 definiert. Benutzer erhalten beim Versuch eines Upgrades eine entsprechende Benachrichtigung angezeigt: "Das erfordert ihre Aufmerksamkeit" und den Hinweis, dass der PC nicht auf die gewünschte Windows 10-Version aktualisiert werden kann. Microsoft rät Benutzern davon ab, eine solche Maschine zwangsweise (z.B. über ein per Media Creation Tool erstelltes Installationsabbild) auf Windows 10 2004 oder Windows 20H2 zu aktualisieren.

(tiw)