Krypto-Messenger Signal kann iPhone-Chatverlauf exportieren

Erstmals sind Signal-Nutzer in der Lage, ohne Datenverlust von einem alten auf ein neues iPhone oder iPad umzuziehen.

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(Bild: Shutterstock/AlexandraPopova)

Von
  • Leo Becker

Der Krypto-Messenger Signal hat seine iOS-App um eine wichtige Funktion ergänzt. Der in Version 3.9.1 integrierte Migrationsassistent macht es erstmals möglich, alle Signal-Daten – inklusive der Konversationen – von einem alten iPhone oder iPad auf ein neues iOS-Gerät zu übertragen, wie der Hersteller nun mitteilte. Das umfasst auch ein automatisches Exportieren und anschließendes Importieren des kompletten Chatverlaufs.

Signal speichert die Nachrichtenverläufe sicherheitshalber weder im iCloud- noch im iTunes-Backup, entsprechend gingen diese bislang beim Umzug auf ein neues iPhone oder iPad zwangsläufig verloren.

Für die lokale Übertragung der Signal-Chatverläufe müssen beide iOS-Geräte präsent sein.

(Bild: Signal)

Bei der Registrierung der Mobilfunknummer auf einem neuen iOS-Gerät bietet die Messaging-App jetzt als Option, Daten von einem bestehenden iOS-Gerät zu übertragen. Diese Datenübermittlung erfolgt rein lokal und direkt zwischen beiden Geräten, wie Signal in einem Blogposting betont, man müsse dafür höchstens "ein klein wenig Geduld" mitbringen. Ähnlich wie Apples Nahfunktechnik AirDrop wird dabei offenbar auf WLAN und / oder Bluetooth gesetzt.

Die Datenübertragung sei durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt und werde komplett vom bestehenden Gerät aus gesteuert, heißt es weiter. Wird die Übertragung erfolgreich abgeschlossen, soll die Signal-App ihre Daten auf dem alten Gerät automatisch löschen. Der Vorgang erfordert physischen Zugriff auf das alte sowie das neue iOS-Gerät. Wurde das alte iPhone bereits zurückgesetzt, sind damit auch die Daten der Signal-App verloren.

Android-Nutzer haben über eine lokale Backup-Funktion schon lange die Möglichkeit, ihre Signal-Daten inklusive des Chatverlaufs von einem alten auf ein neues Gerät mitzunehmen, müssen den Vorgang aber von Hand durchführen. Da das Konzept eines Dateisystems "vielen iOS-Nutzern fremd ist" und Apples Dateien-App noch nicht lange existiert und erst ab iOS 12 unterstützt wird, habe man sich zu dem nun gewählten Ansatz entschieden. Es handele sich bei dem nun eingeführten Weg um einen "Anfang", man wolle die iOS-Migrationsfunktion in der Zukunft weiter ausbauen.

Signal hatte jüngst erst eine PIN eingeführt, um bestimmte Informationen auf den eigenen Servern zu speichern und so auf ein neues Gerät übertragen zu können – das umfasst derzeit aber nur Profil, Einstellungen und Kontakte.

(lbe)