Krypto-Währungen: EZB-Direktor fordert Bitcoin-Steuer

EU-Notenbankdirektor Fabio Panetta drängt darauf, Krypto-Vermögenswerte "angemessen" zu besteuern und den Kampf gegen Geldwäsche zu verschärfen.

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(Bild: Shutterstock)

Von
  • Stefan Krempl

Für eine stärkere Regulierung von Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Ripple setzt sich Fabio Panetta, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), mit Nachdruck ein. In einem Vortrag an der Columbia-Universität in New York plädierte der Italiener am Montag dafür, Krypto-Vermögenswerte "angemessen" zu besteuern. Derzeit passiere an dieser Front kaum etwas: "Wir wissen nur sehr wenig darüber, wer sie wirklich besitzt und wie hoch und wie verteilt die Kapitalgewinne sind." Es liege in der Natur des Marktes für Bitcoin & Co., dass steuerlich relevante Aktivitäten nur sehr schwer zu identifizieren seien.

"Wir sollten die Besteuerung von Krypto-Vermögenswerten mit der anderer Instrumente in Einklang bringen und angesichts des globalen Charakters des Kryptomarktes eine Angleichung zwischen den Rechtsordnungen anstreben", betonte Panetta laut seinem Redemanuskript. Er brachte dabei auch eine höhere Steuer für Währungen wie Bitcoin ins Spiel, die auf dem energiehungrigen Konsens- und Schutzverfahren "Proof of Work" (PoW) basieren, bei dem sehr aufwendige Rechenaufgaben gelöst werden müssen.

Negative externe Effekte und versteckte Kosten für die Gesellschaft wie eine hohe Umweltverschmutzung könnten dem Notenbank-Direktor zufolge bei Maßnahmen berücksichtigt werden. EU-Gremien stricken hier bereits weiter an Vorgaben bis hin zu einem potenziellen Bitcoin-Verbot. Die Steuern sollten dann von Emittenten, Anlegern und Dienstleistern erhoben werden, meint Panetta. Allgemein warnte er davor, dass Kryptowährungen einen "digitalen Goldrausch" in einem neuen "Wilden Westen" erzeugt hätten, "der sich der staatlichen Kontrolle entzieht".

Der EZB-Vertreter warb daher auch für schärfere Anti-Geldwäsche-Regeln und Meldepflichten sowie höhere Transparenzanforderungen. Die EU-Gesetzgebungsgremien stehen hier bereits kurz vor einer Einigung über neue Regeln. Diese greifen laut Panetta aber noch zu kurz: "Die europäischen Regulierungsmaßnahmen müssen weiter gehen", verlangte er. "Wir müssen uns mehr auf ungesicherte Krypto-Vermögenswerte konzentrieren, die ohne Dienstleister betrieben werden." Europa könne es sich nicht leisten, Peer-to-Peer-Zahlungen unreguliert zu lassen. Sonst könnten etwa über "Unhosted Wallets "alle Vorgaben umgangen werden, die ohne Intermediäre wie Börsen auskommen.

(axk)