Kryptobörse FTX: Interesse an Übernahme von Robinhood

Bankman-Frieds FTX sucht laut Medienberichten nach einem Weg, Robinhood zu kaufen. Ob der Deal wirklich über die Bühne geht, ist aber unklar.

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(Bild: TY Lim/Shutterstock.com)

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  • Andreas Knobloch

Die Krypto-Börse FTX von Sam Bankman-Fried prüft, ob sie den US-Finanzdienstleister Robinhood übernehmen kann. Das berichtete der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Demnach diskutiere FTX intern, wie man den App-basierten Broker kaufen könne. Robinhood habe noch keine formelle Übernahmeanfrage erhalten, so der Bericht. Es sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden und FTX könnte sich gegen ein Geschäft entscheiden, hieß es weiter.

"Wir sind begeistert von den Geschäftsaussichten von Robinhood und den Möglichkeiten, mit ihnen zusammenzuarbeiten", sagte Bankman-Fried laut Bloomberg in einer per E-Mail versandten Erklärung. "Das heißt, es gibt keine aktiven M&A-Gespräche mit Robinhood". M&A steht für Mergers and Acquisitions, also Fusionen und Übernahmen.

Im vergangenen Monat hatte Bankman-Fried eine Beteiligung von 7,6 Prozent an Robinhood durch das von ihm kontrollierte Unternehmen Emergent Fidelity Technologies bekannt gegeben, aber auch gesagt, dass er nicht die Absicht habe, die Kontrolle über den Finanzdienstleister zu übernehmen.

Robinhood, dessen Aktien im Nachmittagshandel um 14 Prozent zulegten, lehnte eine Stellungnahme gegenüber Bloomberg ab. Das Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von fast sieben Milliarden US-Dollar zum Schlusskurs vom Freitag.

Vor gut einem Jahr sammelte Robinhood bei seinem Börsengang rund 2,1 Milliarden US-Dollar ein – trotz vorausgegangener Verfehlungen und Strafzahlungen. Anfang 2021 hatten sich Kleinanleger zusammengetan, um so genannte Meme-Aktien von Unternehmen wie GameStop zu kaufen. Großanleger hatten mit Leerverkäufen auf sinkende Kurse gewettet, doch dann schoss der Kurs in die Höhe. Daraufhin schränkte Robinhood zeitweise den Handel mit den betroffenen Aktien ein – sie konnten in der App nicht mehr gekauft werden. Die Gamestop-Saga brachte Robinhood sogar vor den US-Finanzausschuss. Robinhood-Mitgründer und CEO Vlad Tenev sagte damals zu, die App zu überarbeiten.

Zuletzt haben sich die Handelsvolumina bei Robinhood gegenüber dem frenetischen Tempo des letzten Jahres abgeschwächt. Zusammen mit dem generellen Kursrückgang von Technologiewerten führte dies in diesem Jahr zu einem Einbruch der Robinhood-Aktien um fast 50 Prozent. Auch Bankman-Fried, laut Bloomberg einer der reichsten Menschen in der Kryptowelt, musste angesichts von Börsenbeben und Kryptorutsch Federn lassen. Er büßte 7,38 Milliarden US-Dollar an Buchwert ein und kommt auf nunmehr 8,84 Milliarden US-Dollar.

(akn)