Kryptogeld-Boom: Bitcoin, Ether und Dogecoin erreichen neue Allzeithochs

Der Börsengang der US-Handelsplattform Coinbase beflügelt auch die Kurse der Kryptowährungen. Sogar die Spaßwährung Dogecoin profitiert davon.

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(Bild: mk1one/Shutterstock.com)

Von
  • Axel Kannenberg

Die Rekordjagd der ältesten und bekanntesten Digitalwährung Bitcoin geht mit dem Börsengang einer großen US-Handelsplattform für Kryptowährungen weiter. Am Mittwoch wurde ein Bitcoin auf der Plattform Bitstamp zeitweise mit 64.895 US-Dollar gehandelt und damit so hoch wie nie. Seit Beginn des Jahres befindet sich der Bitcoin in einem Höhenflug. In dieser Zeit hat sich der Wert der Digitalwährung mehr als verdoppelt. Im Laufe des Tages gaben die Preise aber wieder etwas nach, der Informationsdienst Coinmarketcap nennt derzeit einen Durchschnittskurs von rund 63.500 US-Dollar.

Und nicht nur der Bitcoin stürmte zu neuen Rekordwerten: Ether, die Währung von Ethereum – der Nummer zwei unter den großen Kryptoplattformen –, erreichte erstmals Kursnotierungen von über 2300 US-Dollar. Auch die Digitalwährung Ripple zählt trotz eines Rechtsstreits ihrer Betreiber mit der US-Börsenaufsicht SEC zu den großen Gewinnern der letzten Tage. Sie konnte auf bis zu 1,9 US-Dollar klettern, liegt damit aber immer noch unter den alten Höchstständen des Kryptobooms von 2018. Berichten zufolge konnten Ripples Anwälte in der juristischen Auseinandersetzung mit der Aufsichtsbehörde Teilsiege erringen.

Sogar der ursprünglich als Scherz gedachte Dogecoin machte einen großen Satz über die Marke von 10 Dollarcent, bis es nach einem Spitzenwert um 14 Cent dann wieder leicht runterging. Zeitweise lag der Zugewinn binnen 24 Stunden bei rund 80 Prozent. Mit einer Marktkapitalisierung von derzeit über 17 Milliarden US-Dollar gehört der Dogecoin nunmehr auch zu den Top 10 der Kryptowährungen.

Wesentlicher Treiber für die neuerliche Kryptogeld-Rekordjagd dürften diesmal weniger Elon-Musk-Tweets sein, sondern eher der Börsengang von Coinbase, bei dem ein Schwergewicht der Krypto-Branche an die Wall Street marschiert. Vom heutigen Mittwoch an können Anteile an der größten US-Handelsplattform für digitale Währungen als Aktie gekauft werden. Allerdings setzte die Nasdaq den Referenzpreis für die Coinbase-Aktien vor dem Handelsstart auf 250 Dollar. Damit liegt die Richtschnur deutlich unter den letzten außerbörslichen Transaktionen, bei denen die Papiere in diesem Jahr im Schnitt für 343,58 Dollar den Besitzer gewechselt hatten.

Bemerkenswert ist dabei auch, wie sich die Analysten regelrecht überschlagen: Sie trauen Coinbase eine Bewertung von mehr als 100 Milliarden US-Dollar zu. Damit wäre der Krypto-Handelsplatz mehr wert als jeder andere traditionelle Börsenbetreiber weltweit. Doch auch ohne solche Bewertungen ist der Coinbase-Börsengang für die lange als Randerscheinung abgetane Nische der Kryptowährungen ein Meilenstein auf dem Weg in den Finanz-Mainstream.

In den vergangenen Monaten profitierten Kryptowährungen generell von einem zunehmenden Interesse aus der Wirtschaft und von Investoren. Unternehmen wie der Elektroautohersteller Tesla, der Bezahldienst Paypal oder das Kreditkartenunternehmen Visa ließen ausgewählte Digitalwährungen als Bezahlmittel zu oder starteten entsprechende Pilotprojekte. Das Interesse einiger Vermögensverwalter und Fonds hat ebenfalls deutlich zugenommen. (mit Material der dpa) / (axk)