Kryptogeldbörse Coinbase: Falsche 2FA-Sicherheitswarnung sorgt für Panik

125.000 Kunden und Kundinnen von Coinbase wurden fälschlicherweise gewarnt, dass ihre Sicherheitseinstellungen geändert wurden. Einige reagierten drastisch.

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(Bild: Burdun Iliya/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Die US-Kryptogeldbörse Coinbase hat eingestanden, rund 125.000 Benutzer und Benutzerinnen fälschlicherweise davor gewarnt zu haben, dass ihre Einstellungen zur Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) geändert worden seien. Das habe teilweise Panik ausgelöst und in mindestens einem Fall hat ein Nutzer aus Angst um die Sicherheit seines Accounts Kryptogeld im Wert von mehreren Zehntausend US-Dollar verkauft, berichtet CNBC. Dem US-Finanznachrichtendienst gegenüber versicherte das Unternehmen demnach, dass ein interner Fehler für die verschickten falschen Nachrichten verantwortlich war und keine Aktivitäten möglicher Hacker.

Coinbase ist die größte US-Handelsplattform für Cyber-Währungen wie Bitcoin, und Aktien des Unternehmens werden seit April an der Börse gehandelt. Zuletzt hatte das Unternehmen einen immensen Gewinnsprung um 4900 Prozent gegenüber dem Vorjahr vermeldet, profitiert also deutlich vom turbulenten Geschehen rund um die Kryptowährungen. Deren Geschichte ist aber auch geprägt von aufsehenerregenden Hacks von Kryptogeldbörsen, wie etwa Mt. Gox. Das erklärt die teils drastischen Reaktionen auf die falschen Warnungen zur Account-Sicherheit, ein betroffener Nutzer erklärte gegenüber CNBC, dass er "Todesangst" gehabt habe. Um nicht die Ersparnisse für seinen Enkel zu verlieren, habe er umgehend Kryptogeld für mehr als 60.000 US-Dollar verkauft.

Während klassische Finanzinstitutionen zumeist für Verluste durch Hacking aufkommen, sei das bei Coinbase nicht der Fall, erklärt ArsTechnica weiter. Das Unternehmen habe eine strikte "dein Hack ist dein Problem"-Politik. Außerdem lässt der Support offenbar zu wünschen übrig. Unter dem Tweet, in dem Coinbase die falschen 2FA-Warnungen eingesteht, gibt es jede Menge Beschwerden über wochenlang gesperrte Accounts. Insgesamt gibt es offenbar Tausende solcher Fälle, oft seien gehackte Accounts leergeräumt worden, hatte CNBC berichtet. Coinbase hatte demnach versichert, dass man für Betroffene solcher Sperrungen bald eine Möglichkeit einrichten wolle, sich per Telefonat helfen zu lassen ("voice support"), Unterstützung per Live-Chat soll noch in diesem Jahr folgen.

(mho)