Kryptowährung Chia: 2 Exabyte überschritten und erstmalig handelbar

Infolge der Kryptowährung Chia hat Teamgroup eine besonders langlebige "Farming"-SSD vorgestellt.

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(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

Der Hype um die junge Kryptowährung Chia geht weiter. Inzwischen befinden sich Datenträger mit einer Kapazität von rund 2,5 Exabyte im Netzwerk. Das entspräche mehr als 156.000 16-TByte-Festplatten – die reale Verteilung weicht natürlich ab. Zudem werden die entsprechenden Coins mit dem Kürzel XCH inzwischen gehandelt, allerdings erst an wenigen Kryptobörsen.

An der Kryptobörse Okex ist ein Chia-Coin derzeit rund 660 US-Dollar beziehungsweise 550 Euro wert. Da jedoch die Anzahl der zirkulierenden Menge noch nicht bekannt ist, lässt sich die Marktkapitalisierung nicht abschätzen. Im sogenannten Pre-Farm haben die Entwickler:innen 21 Millionen Coins erzeugt, die sich allerdings nicht alle im Umlauf befinden. Seit dem offiziellen Start sind eine knappe halbe Million weitere Coins hinzugekommen. Das bedeutet, dass das Team hinter der Kryptowährung deutlichen Einfluss auf die Preisentwicklung haben könnte.

Der Chia-Explorer gibt Einblick in die Netzwerkstatistiken. Die Kapazität hat in den vergangenen Wochen exponentiell zugenommen. Die Kryptowährung nutzt den Speicherplatz, um massenweise Hashes abzulegen. Anders als etwa bei Bitcoin oder Ethereum mit Proof-of-Work-Modell (PoW) berechnet keine Hardware in Echtzeit immer und immer wieder für jeden Block neue Hashes. Stattdessen werden einmalig so viele Hashes berechnet, wie auf die eingesetzten Datenträger passen, woraufhin die Chia-Blockchain bei jedem neuen Block nach einem passenden Wert im Netzwerk sucht. Nutzer:innen müssen also nur einmal Rechenleistung investieren und im Anschluss Speicherplatz zur Verfügung stellen.

Das Konzept ist derweil nicht neu: Ein Leser hat uns auf Burstcoin aufmerksam gemacht, den es seit 2014 gibt. Das Konzept heißt dort "Proof of Capacity" statt "Proof of Space and Time", funktioniert prinzipiell aber genauso. Chia erfährt gerade einen starken Hype, weil der BitTorrent-Erfinder Bram Cohen dahintersteckt. Miner beziehungsweise Farmer wandern offenbar zu Chia ab, denn die Speicherkapazität im Burstcoin-Netzwerk ist von 600 PByte im Sommer 2020 auf nunmehr knapp 45 PByte gefallen (der offizielle Explorer zeigt nur 1 PByte an, Seiten wie Miningpoolstats hingegen realistischere 45 PByte).

Wer im Chia-Netzwerk einen Block durch das Finden eines korrekten Hashes bestätigt, erhält eine Belohnung von zwei Coins. Der Chia-Explorer rechnet vor, dass man rechnerisch mit einem Tebibyte (1,1 TByte) Speicherplatz zurzeit rund 468 Tage braucht, um einen korrekten Hash zu finden (gut 234 Tage pro Coin). Das "Farmen" lohnt sich also nur mit viel Kapazität und ist für die meisten Privatanwender:innen uninteressant.

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Hersteller springen trotzdem auf den Chia-Zug auf und verkaufen erste SSDs, die sich besonders gut fürs Farmen eignen sollen. Teamgroup etwa bietet die T-Create Expert zur Vorbestellung an, die sich durch eine besonders hohe Haltbarkeit mit einer 12-jährigen Garantiezeit auszeichnet. Das 2-TByte-Modell in Form eines M.2-Kärtchens soll sich mit 12 Petabyte beschreiben lassen, laut Techpowerup aber auch hohe 800 US-Dollar kosten. Zum Einsatz kommen Silicon-Motions PCI-Express-3.0-Controller SM2262EN und NAND-Flash-Bausteine von Micron.

Dabei lassen Chia und auch Burstcoin SSDs gar nicht besonders schnell verschleißen. SSDs kommen üblicherweise zum Erstellen sogenannter Plots mit unzähligen Hashes zum Einsatz, die nach dem Erstellungsprozess auf HDDs kopiert werden. Danach liest das Netzwerk die Daten nur noch.

(mma)