Kryptowährung Ethereum: ETH2 ist tot, lang lebe ETH Consensus Layer

Die Bezeichnung Ethereum 2.0 oder kurz ETH2 ist gestorben. Die Ethereum Foundation begräbt den Namen, um auch Betrugsmaschen zu unterbinden.

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(Bild: Filippo Ronca Cavalcanti/Shutterstock.com)

Von
  • Mark Mantel

Das nächste große Ethereum-Update mit dem Wechsel von Proof of Work (PoW) auf Proof of Stake (PoS) heißt nicht mehr Ethereum 2.0 (ETH2). Stattdessen nutzt die Ethereum Foundation jetzt die beiden Begriffe Execution Layer und Consensus Layer als Synonyme für das bisherige ETH1 beziehungsweise das kommende ETH2. An der Planung hat sich dagegen nichts geändert – der Proof of Work und damit das rechenintensive Krypto-Mining sollen bei Ethereum noch dieses Jahr abgeschafft werden.

Mit den neuen Begrifflichkeiten will die Ethereum Foundation klarmachen, dass es keinen Nachfolger der bisherigen Ethereum-Coins gibt. Wer entsprechendes Kryptogeld besitzt, muss das nicht künftig gegen neues Kryptogeld eintauschen. Betrugsmaschen haben die Verwirrung in der Vergangenheit genutzt, um Leuten Ethereum-Coins zu stehlen.

Das Proof-of-Stake-Update ersetzt Ethereums bisherigen Konsens-Layer: Blöcke werden dann nicht mehr durch das rechenintensive Finden von passenden Hashes bestätigt. Stattdessen gibt es nun die Rolle des Validierers. Um Validierer zu werden, muss man eine Mindestmenge Ether hinterlegen (im Testnetzwerk derzeit 32 ETH) und einen Full Node betreiben; alternativ kann man auch ohne Full Node an einem Validierer-Pool mit weniger Mindesteinlage teilnehmen. Bestätigen Validierer Blöcke wahrheitsgemäß, erhalten sie als Belohnung Coins – Staking genannt. Senden bösartige Validierer falsche Ergebnisse ins Netzwerk, die andere Teilnehmende nicht bestätigen können, wird der hinterlegte Ether-Anteil reduziert.

Ethereum 2.0 ersetzt das bisherige Ethereum nicht, stattdessen "fusionieren" der alte Ausführungs- und der neue Konsens-Layer – hier anhand eines Pandas illustriert.

(Bild: Ethereum Foundation)

Der bisherige Ausführungs-Layer (auch User Layer genannt) von ETH1 bleibt jedoch nach dem Update erhalten. Den überarbeiteten Konsens-Layer beschreibt die Ethereum Foundation als das neue, über Layer 1 liegende Hirn, das mit den anderen Nodes des Netzwerks kommuniziert und dem Ausführungs-Layer neue Blöcke mitteilt. Letzterer fungiert dann als Motor, der die Blockchain fortführt und die Transaktionen anhand der Historie validiert.

Die Kommunikation zwischen Hirn (ETH2) und Motor (ETH1) findet über Remote Procedure Calls (RPC) statt. Auf diese Weise läuft bisherige Client-Software, die rund um Ethereum entwickelt wurde, mit minimalen Anpassungen auch nach dem Update weiter.

Aufbau eines Ethereum-Clients nach dem PoS-Update.

(Bild: Danny Ryan / ETHOnline)

Nach dem sogenannten Merge zwischen dem bisherigen Ausführungs- und dem neuen Konsens-Layer führt die Ethereum Foundation das Sharding ein, mit dem die große Blockchain in 64 kleinere Ketten aufgeteilt wird. Das bisherige ETH1 mit all seinen Transaktionen wird die erste Shard, sodass kein Umtausch der Coins notwendig sein wird. Zusätzliche Shards enthalten beispielsweise Daten, die der Ausführungs-Layer verarbeiten kann.

(mma)