Kryptowährungs-Hilfe für Nordkorea: Ethereum-Entwickler muss fünf Jahre in Haft

Ein ehemaliger Ethereum-Entwickler wurde zu Gefängnis verurteilt, weil er in Nordkorea Ratschläge zur Umgehung von Sanktionen mit Kryptogeld gegeben habe.

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(Bild: gemeinfrei)

Die US-Justiz hat einen ehemaligen Mitarbeiter der Ethereum-Foundation zu 63 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er Nordkorea Hilfestellung bei der Nutzung von Kryptowährungs-Technik und der Umgehung von Sanktionen gegeben habe. Ebenfalls soll der US-Bürger namens Virgil G. eine Geldbuße in Höhe von 100.000 US-Dollar zahlen. Das internationale isolierte Land wird sein längerem von den USA mit scharfen Sanktionen versehen; Hilfe, die Sanktionen zu unterlaufen, ist in den Vereinigten Staaten eine Straftat.

Dem US-Justizministerium zufolge hatte G. ab 2018 geplant, Individuen in Nordkorea beim Aufbau einer Kryptowährungsinfrastruktur zu helfen, unter anderem für das Mining von Währungen. Dabei habe der 39-Jährige gewusst, dass das abgeschottete Regime diese nutzen könnte, um US-Sanktionen zu umgehen und so unter anderem die Entwicklung von Atomwaffen zu finanzieren.

Im April 2019 sei er dann zur "Pyongyang Blockchain and Cryptocurrency Conference" gereist, obwohl ihm das US-Außenministerium das untersagt habe. Auf der Konferenz habe er Vorträge gehalten und den Anwesenden erklärt, wie mit der Technik unter anderem Geldwäsche betrieben werden könnte. G. habe auch spezifische Fragen beantwortet, obwohl ihm klar gewesen sei, dass Vertreter der nordkoreanischen Regierung anwesend waren.

Auch nach der Konferenz habe G. Pläne weiter verfolgt, einen Austausch von Kryptogeld zwischen Nord- und Südkorea zu ermöglichen. Er habe ferner Kontakte zwischen Nordkorea und Blockchain-Dienstleistern herstellen wollen und auch versucht, andere US-Bürger dafür zu gewinnen, nach Nordkorea zu reisen und Rat zu Kryptogeld anzubieten.

Ende November 2019 wurde G. vom FBI festgenommen, vergangenen September hatte er sich für schuldig bekannt. Wegen seines Schuldeingeständnisses liegt das vom Gericht verhängte Strafmaß am unteren Ende, bis zu 20 Jahre Haft wären als Höchststrafe möglich gewesen. Zuvor hatte sich unter anderem Ethereum-Vordenker Vitalik Buterin für ein mildes Urteil eingesetzt, berichtete der Fachdienst Coindesk.

Das Verfahren heißt USA v. Virgil Griffith und wird am US-Bundesbezirksgericht für das südliche New York unter dem Az. 20-cr-15 geführt.

(axk)