Kryptowährungshilfe für Nordkorea: US-Bürger bekennt sich schuldig

Ein US-Amerikaner hat sich schuldig bekannt, mit einem Auftritt auf einer Konferenz in Nordkorea gegen Sanktionen verstoßen zu haben. Ihm drohen 20 Jahre Haft.

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(Bild: Shutterstock)

Der 38-jährige US-Amerikaner Virgil Griffith hat sich schuldig bekannt, mit einem Vortrag auf einer nordkoreanischen Kryptowährungs- und Blockchain-Konferenz in Nordkorea gegen US-Sanktionen verstoßen zu haben. Der Mitarbeiter der Ethereum Foundation habe dem Regime in Pjöngjang mit technischen Einzelheiten zu den Techniken geholfen, ohne über eine dafür nötige Lizenz zu verfügen. Das teilte das US-Justizministerium nun mit und ergänzte, dass ihm allein für diesen Verstoß eine Höchststrafe von bis zu 20 Jahren Gefängnis drohten. Entschieden werde über die Strafe aber erst Mitte Januar.

Griffith, der Ende November 2019 vom FBI festgenommen worden war, hat damit den zentralen Vorwurf der US-Justiz bestätigt. Anfangs hatten seine Verteidiger – darunter Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin behauptet, – er habe lediglich einen harmlosen Vortrag über Open-Source-Technologie gehalten, der auf öffentlich zugänglichen Informationen beruhte.

Dem US-Justizministerium zufolge hatte Griffith ab 2018 geplant, Individuen in Nordkorea beim Aufbau einer Kryptowährungsinfrastruktur zu helfen. Dabei habe er gewusst, dass das abgeschottete Regime diese nutzen könnte, um US-Sanktionen zu umgehen und so unter anderem die Entwicklung von Atomwaffen zu finanzieren. Im April 2019 sei er dann zur "Pyongyang Blockchain and Cryptocurrency Conference" in die gereist, obwohl ihm das US-Außenministerium das untersagt habe. Auf der Konferenz habe er Vorträge gehalten und den Anwesenden erklärt, wie mit der Technik unter anderem Geldwäsche betrieben werden könnte. Griffith habe auch spezifische Fragen beantwortet, obwohl er gewusst habe, dass Vertreter der nordkoreanischen Regierung anwesend waren.

Griffith habe zugegeben, einem der gefährlichsten Widersacher der USA geholfen zu haben, ordnet die New Yorker Generalstaatsanwältin Audrey Strauss das Geständnis ein. Das Interesse des Regimes an Digitalwährungen ist nicht neu, Pjöngjang ist von regulären Finanzmärkten weitgehend abgeschnitten. Während Griffith in Nordkorea unter anderem Erläuterungen zum Mining der Kryptowährungen geliefert hat, kommt das Regime auch anderweitig an das Digitalgeld. So geht man bei den Vereinten Nationen davon aus, dass Nordkorea allein 2020 Kryptogeld im Gegenwert von mehr als 300 Millionen US-Dollar entwendet hat.

Wie Griffith für den Konferenzauftritt und die Hilfe bestraft wird, wird sich im Januar zeigen. Der zuletzt in Singapur wohnhafte US-Amerikaner hatte sich vor 14 Jahren mit der Entwicklung des Online-Werkzeugs WikiScanner einen Namen gemacht. Mit dem nur kurzzeitig verfügbaren Onlinetool konnte jeder bequem recherchieren, aus welchen Netzen von Firmen oder Institutionen die Einträge in der freien Onlineenzyklopädie anonym geändert wurden. Innerhalb kürzester Zeit wurden damit zahlreiche Manipulationsversuche erst in der englisch- und später auch der deutschsprachigen Ausgabe der Wikipedia aufgedeckt. Aus Kostengründen wurde der Dienst bald wieder offline genommen.

(mho)