KubeCon 2021: Neues Kubernetes-Zertifikat und die Zukunft von Kubernetes

In Los Angeles hat – mit echten Besuchern – die Kubernetes-Konferenz KubeCon begonnen. Die ausrichtende CNCF und viele Firmen nutzen sie für Ankündigungen.

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Google-Mitarbeiter und Kubernetes-Kenner Kelsey Hightower im Gespräch auf einer der letzten KubeCons vor der Pandemie. So eng werden die Besucher in Los Angeles in diesem Jahr nicht zusammen stehen.

(Bild: CNCF)

Von
  • Jan Mahn

Die CNCF, die Stiftung unter dem Dach der Linux Foundation, die für die Verwaltung des Kubernetes-Quellcodes verantwortlich ist, hat die KubeCon North America eröffnet und begrüßt nach zwei Jahren wieder Besucher in Präsenz. Im Herbst 2019 trafen sich Nutzer und Entwickler von Kubernetes und Cloud-Native-Techniken aus dessen Umfeld zum letzten Mal vor Ort zur KubeCon & CloudNativeCon in den USA. Die folgende europäische Ausgabe 2020 Ende März fand per Livestreams aus Wohnzimmern statt.

Die KubeCon ist, obwohl die Stiftung auch von den Großen im Cloudgeschäft bezahlt wird und Amazon, Google und Microsoft stark vertreten sind, keine reine Verkaufsveranstaltung. Im Mittelpunkt stehen Open-Source-Anwendungen und die Communities, die sie pflegen. Für sie ging es bei den Veranstaltungen vor allem um den Austausch mit anderen Entwicklern und zufällige Begegnungen. In den Pandemie-Ausgaben war das nur eingeschränkt möglich.

Die Aufmerksamkeit des Großereignisses nutzen traditionell sowohl Firmen als auch unabhängige Open-Source-Projekte, um ihre Neuerungen vorzustellen. Schon am Montag legte Suse mit einer Reihe von neuen Open-Source-Ideen vor, Dienstag folgte GitLab. Am Eröffnungstag folgt auch die CNCF mit ihren Ankündigungen.

Für Kubernetes-Nutzer, die ihre Expertise gegenüber Arbeitgebern oder Kunden belegen wollen, bietet die Linux Foundation bereits drei Zertifikatsprüfungen (für Entwickler, Admins und Sicherheitsexperten) an, die alle online abgelegt werden. Zu diesen gesellt sich jetzt die Prüfung zum Kubernetes and Cloud Native Associate (KCNA). Sie richtet sich an Berufseinsteiger, Studenten und alle, die gerade mit Kubernetes und Cloud-Native-Techniken anfangen. Geprüft werden Grundlagen der Kubernetes-Einrichtung und Administration, Hintergrundwissen zu Service Meshes, Netzwerken und Sicherheit, aber auch verwandte Techniken und Methoden wie Docker und CI/CD.

Die Teilnahme am Online-Examen kostet 250 US-Dollar. Wer sich bis zum 14. Oktober für einen Beta-Test anmeldet, hat die Chance, die Prüfung vorab auszuprobieren und ein vollwertiges Zertifikat kostenlos zu bekommen. Die regulären Prüfungen sollen dann am 1. Dezember 2021 beginnen.

Zur Arbeit der CNCF gehört auch die Unterstützung von Open-Source-Projekten beim Aufbau von Community-Strukturen. Mitarbeiter der CNCF kümmern sich ums Ausrichten von Veranstaltungen, entwickeln Logos, Grafiken und Websites, damit sich die Maintainer um den Code ihrer Software kümmern können. Aus dem mehrstufigen Unterstützungsprogramm sind bereits große Projekte wie Kubernetes selbst, Helm, etcd und Open Policy Agent hervorgegangen und haben die Stufe Graduated erreicht. Jetzt steigt das Projekt Cilium auf der Incubating-Stufe ein.

Cilium nutzt als Unterbau eBPF und stellt eine konfigurierbare Netzwerkschicht im Cluster bereit, die man unter anderem besser überwachen können soll. Außerdem gibt es zusätzliche Loadbalancing-Optionen und ein Netzwerk-Mesh, das sich über mehrere Cluster ausbreiten kann. Nach Angaben der Cilium-Entwickler wird die Technik bereits bei großen Anbietern wie Adobe Datadog und SAP Concur genutzt.

Bezahlt wird die Arbeit der CNCF, darunter auch die Unterstützung neuer Open-Source-Projekte, durch Beitragszahlungen von Unternehmen, die meist selbst mit Cloud-Native-Techniken wie Kubernetes arbeiten. Zur KubeCon 2021 kommen gleich mehrere dazu: 100 Unternehmen unterstützen die Stiftung jetzt als neue Silber-Mitglieder, Kreditkartenanbieter American Express neu ist als Gold-Mitglied dabei.

(jam)