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Künstlerbedarf

Paint Shop Pro

Inhaltsverzeichnis

Paint Shop Pro X2 stellt sich zunächst als undurchdringlicher Wald aus Knöpfen dar. Das Lernstudio lichtet ihn Schritt für Schritt.

Paint Shop Pro zeigt sich zeitgemäß im Anthrazitkleid; die Bedienoberfläche ist pickepackevoll mit Knöpfen und Funktionen. Eine hilfreiche Einrichtung ist das Lernstudio. Es erklärt zu jedem gewählten Werkzeug die Arbeitsschritte. Häufig reicht das schon, um sich zurechtzufinden. Ein eigener Raw-Dialog fehlt Paint Shop Pro, es öffnet aber Raw-Fotos. Einige Funktionen kommen nicht mit einer Farbtiefe von 16 Bit pro Kanal zurecht, darunter beispielsweise der Histogrammausgleich. Beim Aufhellblitz vermissten wir einen Schwellenwertregler, um abrupte Farbabrisse zu vermeiden. Ebenen, Überblendmodi, Einstellungsebenen und Maskierung erfüllen professionelle Wünsche. Praktisch ist die Möglichkeit, Python-Skripte aufzuzeichnen, im Klartext zu bearbeiten und über die Stapelverarbeitung auf einen Bilderordner loszulassen. Mancher Purist mag den Zeiten hinterhertrauern, als Paint Shop Pro noch eine flotte, einfache Bildbearbeitung war. Doch wer einen erschwinglichen Allrounder für Korrektur, Retusche und Fotomontage sucht, findet in Paint Shop Pro eine vernünftige Alternative zu Photoshop.

Für Farb-, Kontrast- und Helligkeitskorrekturen hält die Software einen gut sortierten Filtersatz in überwiegend guter Qualität vor. Zur Fehlerkorrektur und Retusche findet man nicht nur reichlich Werkzeuge, sondern auch komfortable Detaillösungen: Wer etwa stürzende Linien oder den Horizont begradigt, muss die schiefen Ränder anschließend nicht abschneiden – das erledigt Paint Shop Pro automatisch. Das Expresslabor vereint wichtige Aufgaben wie Geraderücken, Beschneiden, Einstellen von Lichtern und Schatten sowie die Korrektur roter Augen. Funktionenn mit blumigen Bezeichnungen wie „Augentropfen“, „Zahnbürste“ und „Sonnenbräune“ trimmen Porträts. Manchmal bleichen Augentropfen und Zahnbürste allerdings das gesamte Gesicht; maskieren kann man hier nicht. Freunde des strahlenden Lächelns benutzen da besser den Abwedler. Die HDR- Funktion setzt unterschiedlich belichtete Fotos zusammen, erzielt aber keine surrealen Effekte. Die Schwarzweißumsetzung ist gelungen. Während andere Programme Kanalmixer anbieten, zeigt Paint Shop Pro einen Farbwähler. Was man hier einstellt, hat den Effekt eines vor die Linse geschraubten Farbfilters. Das Resultat kommt damit einem natürlichen Ergebnis recht nahe. Beim Maskieren gefällt die Funktion, eine Maske mit dem Pinsel zu bearbeiten. So bekommt man genaue Ergebnisse hin. Die Randschärfe einer Auswahl lässt sich sowohl innen als auch außen verändern. Zauberstab und Lasso sind in den meisten Fällen nicht zum Freistellen zu gebrauchen.

Paint Shop pro hat alltagstaugliche Effekte zu bieten, beispielsweise die Fotozeitmaschine, die von 1860 bis 1950 verschiedene Altersgrade kennt, und dementsprechend unterschiedliche starke Vignettierungen, Kratzer und Körnung einfügt. Textureffekte wie „Feines Leder“, „Pelz“ und „Stein“ erscheinen künstlich und willkürlich benannt. Echt wirkende Linsenreflexe findet man nicht. „Speichern für Office“ bereitet eine Datei für den E-Mail-Versand oder den Druck vor. Dabei ändert das Programm neben der Kompression die Auflösung optimiert für 72, 240 oder 300 dpi. Die Beigabe Media-One erstellt stark komprimierte WMV-Diashows in 640 × 480 Pixeln und liefert Druckvorlagen für Standardformate. Allerdings lassen sich auch über den Druckdialog von Paint Shop Pro Standardwerte eingeben, sodass Media-One verzichtbar ist.