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Künstlerbedarf

PhotoPlus

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Einstellungsebenen, Texteffekte und nichtdestruktive Effekte machen PhotoPlus zu einem leistungsfähigen Programm.

PhotoPlus sieht Photoshop auf den ersten Blick verblüffend ähnlich. Ebenen, Masken, Einstellungsebenen, Ebenenmodi – alles weicht nur geringfügig vom Vorbild ab. Die Handhabung unterscheidet sich jedoch. Ebenen lassen sich nicht gruppieren; Löschen und Duplizieren funktioniert nicht per Drag & Drop. PhotoPlus importiert Photoshop-Dateien inklusive Masken, Einstellungsebenen und Ebeneneffekten. Beschränkt auf den RGB-Farbmodus, bringt die Software ein nahezu komplettes Sortiment an Farbkorrekturwerkzeugen mit. Selektive Farbkorrekturen darf man sogar mit CMYK-Komponenten abmischen. Der Kontrastausgleich leuchtet dunkle Bereiche sehr natürlich aus. Leider kopiert PhotoPlus auch die Schwächen seines Vorbilds, denn wie bei Photoshop ist der Kontrastausgleich nicht als Einstellungsebene implementiert.

Unverständlich ist, warum auf eine Grauwertpipette zum Neutralisieren von Farbstichen verzichtet wurde. Der Sammeldialog QuickFix Studio vereint die wichtigsten Schritte wie Beschneiden, Geraderichten, Entzerren und Farbtemperatur einstellen – die drei Letzteren hätte man auch gerne als eigenständige Werkzeuge. Die Retuschefilter wie Schärfen, Weichzeichnen, Reparaturpinsel oder Entrauschen (hier Flecken entfernen) arbeiten in solider Qualität, wenn auch der Reparaturpinsel deutlich gegenüber der Konkurrenz abfällt: Er sucht zwar selbstständig nach einem passenden Flicken für die markierte Stelle, verschmilzt ihn aber nicht perfekt mit der neuen Umgebung, sodass der Anwender nachjustieren muss.

Ein echtes Handicap ist die Arbeitsgeschwindigkeit: Während man Farb- und Helligkeitskorrekturen in Vollbildvorschau und angenehmem Tempo genießen kann, gönnen sich die übrigen Filter – etwa Entrauschen, Entzerren, Weich- und Scharfzeichnen – entschieden zu viel Zeit für Vorschau und Anwendung. Das Extrahieren-Werkzeug ist dem von Photoshop nachempfunden. Man umrahmt den freizustellenden Bereich grob mit einem grünen Pinsel, stellt noch die Randschärfe ein und überträgt das Ergebnis an die Anwendung. Wie beim Vorbild muss man mit ausgefressenen Kanten rechnen. Man kann Masken anlegen und mit Pinsel, Radierer, Kopierstempel, Abwedler, Nachbelichter und Weichzeichner bearbeiten. Nur noch der Schwamm erzeugt unschöne schwarze Quadrate. Die Effektpalette bietet eine ganze Sammlung brauchbarer Gemäldeeffekte von alten Meistern über van Gogh bis hin zu Impressionismus, Munch und H. R. Giger. Die Filtergalerie zeigt Miniaturen des geladenen Fotos mit einer Vorschau auf die Auswirkung des Effekts. Neuerdings lassen sich Filter ähnlich der Smart Objects in Photoshop nichtdestruktiv anwenden. So kann man Effekte kombinieren, Einstellungen nachträglich verändern oder die Wirkung verblassen.

Die Beigabe AlbumPlus ergänzt eine einfache Bildverwaltung mit Schlagwörtern und Bewertungen. Beachtenswert sind der Export von Diashows im WMV-Format und die Druckoptionen. Hier kann man Kontaktabzüge erstellen und Fotos in Standardformaten ausgeben lassen. Zu erwähnen bleibt noch die Beigabe PanoramaPlus, die auf Knopfdruck aus mehreren Einzelfotos zuverlässig nahtlose, allerdings an den Rändern perspektivisch leicht verzerrte Panoramen erstellt.