LTE: Kartellamt prüft Network Sharing von Telekom und Vodafone

Die Netzbetreiber wollen an grauen Flecken kooperieren und damit die LTE-Versorgung verbessern. Das Kartellamt prüft, ob das Nachteile für andere hat.

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(Bild: kriangphrom / Shutterstock.com)

Von
  • Volker Briegleb

Das Bundeskartellamt untersucht die erweiterte Kooperation der Mobilfunkanbieter Telekom und Vodafone im LTE-Netz weiterhin. Die Behörde prüfe die kartellrechtliche Zulässigkeit der Zusammenarbeit, betätigte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch gegenüber der dpa. Die beiden Netzbetreiber hatten im Februar angekündigt, in weniger gut ausgebauten Regionen enger zusammenarbeiten zu wollen und dabei auch Infrastruktur zu teilen.

Dass die Bundesnetzagentur und das Kartellamt dabei ein Wörtchen mitzureden haben, war zu erwarten. Vodafone und die Telekom haben die Aufsichtsbehörden deshalb von Anfang an eingebunden. Die kartellrechtliche Prüfung läuft noch, berichtete das Handelsblatt am Mittwoch. "Im Moment ist das Bundeskartellamt in Kontakt mit den Kooperationsbeteiligten und weiteren Marktteilnehmern", sagte Behördenchef Andreas Mundt der Zeitung.

Die Behörden hatten in anderen Zusammenhängen bereits signalisiert, dass sie einer stärkeren Zusammenarbeit der Wettbewerber im Sinne einer besseren Versorgung wohlwollend gegenüberstehen. "Das Bundeskartellamt begrüßt grundsätzlich Kooperationen zur Verbesserung der Netzabdeckung", sagte Mundt dem Handelsblatt, solange sie "den Wettbewerb nicht ausschalten". Jedoch könnten anderen Marktteilnehmern Nachteile entstehen, wenn ihnen nicht die gleichen Möglichkeiten offenstünden.

Das Kartellamt will deshalb prüfen, ob Rivalen wie Telefónica oder 1&1 Drillisch benachteiligt werden könnten. Es solle auch untersucht werden, ob eine Ausweitung der Zusammenarbeit auf andere Anbieter zu noch größeren Vorteilen für die Verbraucher führen könnte. Vodafone und Telekom hatten mitgeteilt, grundsätzlich stehe es beiden Unternehmen offen, ähnliche Vereinbarungen auch mit anderen Anbietern zu treffen.

Vodafone verteidigte die Kooperation. Dass Vodafone bisher nur mit der Telekom kooperiere erklärte ein Sprecher gegenüber dem Handelsblatt mit technischen Gründen. Die Mitnutzung der Netzinfrastruktur anderer Anbieter sei "komplex" und nur "bilateral" machbar. Vodafone sei aber auch an anderen Kooperationen interessiert und spreche derzeit auch mit Telefónica Deutschland.

Vodafone und Telekom wollen gemeinsam rund 4000 sogenannte graue Flecken auf der Mobilfunkkarte tilgen. Beim Network-Sharing teilen sich die Unternehmen die Antennen am Mast und binden ihr jeweiliges Kernnetz an. So bewegen sich Kunden weiter im Netz ihres Anbieters, auch wenn sie die Antenneninfrastruktur eines Wettbewerbers nutzen. Laut Vodafone werden dabei nur Zugangsnetzwerk und Spektrum geteilt.

Das Network-Sharing soll an ausgewählten, bisher unterversorgten ländlichen Standorten passieren, nicht aber in den Ballungsräumen, wo die Netzbetreiber in der Regel gut ausgebaut haben. Laut Vodafone geht es um rund 4000 Antennen. Die Partner achten dabei auf strikte Parität: Beide wollen dem Partner jeweils die exakt gleiche Anzahl von LTE-Antennen zur Verfügung stellen. Den Angaben zufolge eignen sich dafür jeweils rund 2000 Standorte.

(vbr)