Langzeitarchivierung: Verwirrung um die M-Disc

Die M-Disc ist ein optisches Archivmedium, welches seine Daten 1000 Jahre halten soll. Nun soll der Hersteller die Scheiben verändert haben.

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(Bild: Lutz Labs / c't)

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  • Lutz Labs

„Verbatim verkauft keine M-Discs mehr, sondern steckt seine billigen Blu-ray-Rohlinge in die M-Disc-Hüllen und verkauft sie als M-Disc“ – so lautet der Vorwurf an den Hersteller der M-Disc-Rohlinge, das amerikanische Unternehmen Verbatim, in einem Reddit-Beitrag.

Forenteilnehmer hatten in üblichen M-Disc-Verpackungen veränderte Scheiben gefunden, die sich – anders als frühere M-Discs – nicht nur mit 4-facher, sondern mit 6-facher Geschwindigkeit brennen ließen. Daraus folgerten sie, dass Verbatim hier nun deutlich kürzer haltbare Blu-ray-Discs unter dem Label der M-Disc verkaufen würde. Einige vermuteten auch, dass es sich bei den Medien um Fälschungen handeln könnte, etwa weil sich die Medien-ID verändert habe.

Auf Anfrage stellte Verbatim jedoch klar, dass es sich bei diesen Medien um Weiterentwicklungen handele. Die technischen Änderungen führten zu einem anderen Aussehen und der Fähigkeit für höhere Brenngeschwindigkeiten, die veränderte Medien-ID sei auf eine Anpassung an andere Verbatim-Produkte zurückzuführen. Die ersten veränderten Medien hat Verbatim bereits Anfang 2022 ausgeliefert.

Die Datensicherheit der neuen Scheiben steht jener der alten Scheiben nicht nach: Daten sollen nach Angaben des Herstellers ebenfalls 1000 Jahre halten.

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Die M-Disc ist vor allem für die Langzeitarchivierung interessant. Zwar sind die Kapazitäten mit maximal 100 GByte pro Scheibe für heutige Verhältnisse recht gering, die Kosten aber sind im Vergleich zu moderneren optischen Speichermedien moderat: Die M-Disc lässt sich in praktisch jedem Blu-ray-Brenner beschreiben, während Sonys Optical Disc Archive allein für das Laufwerk mehrere tausend Euro verschlingt.

Für Privatanwender ist die M-Disc ein durchaus alltagstaugliches Archivmedium, wir empfehlen jedoch eine zusätzliche Kopie wichtiger Daten – denn die Ergebnisse der Brennvorgänge lassen sich nur mit wenigen älteren Laufwerken überprüfen.

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(ll)