Lauterbach: mehr Daten für die Forschung, statt Konnektoren eher Clouds & Co

Der Bundesgesundheitsminister betont die Relevanz von Gesundheitsdaten. Das E-Rezept werde Fortschritte machen, Konnektoren sollen überwunden werden.

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Karl Lauterbach auf der DHC22

(Bild: Reza Mazhari)

Von
  • Reza Mazhari

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach skizzierte auf der Digital Health Conference DHC22 vom IT-Branchenverband Bitkom seine Vorstellungen von der Zukunft der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Neben dem Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Patientenversorgung waren digitale Identitäten und die Erfahrungen mit der Pandemie ebenfalls ein Thema.

Lauterbach verspricht, dass das E-Rezept im Jahr 2023 vorankommen wird. Aktuell habe ein "kleiner technischer Fehler" dazu geführt, dass die Roll-Out-Phase beim E-Rezept pausiert. Demnach sollen Krankenkassen künftig zur Herausgabe der NFC-fähigen elektronischen Gesundheitskarte und der zugehörigen PIN verpflichtet werden.

Er thematisierte das Krankenhauspflegeentlastungsgesetz, bei dem weitere positive Änderungen im Bereich der Telematikinfrastruktur geplant seien, die vor allem für den sicheren Austausch von Patientendaten gedacht ist. Das Gesetz sieht Finanzierungspauschalen für den TI-Zugang vor und verpflichtet Anbieter von Hard- und Software zu einer "diskriminierungsfreien Einbindung aller Komponenten und Dienste". Diese Einbindung hat ohne zusätzliche Kosten für die Nutzerinnen und Nutzer zu erfolgen. Indirekte Kosten im Kontext der Wahl eines Herstellers oder Anbieters untersagt der Gesetzentwurf.

Erneut betonte Lauterbach, wie wichtig die für das nächste Jahr geplante Opt-out-Variante der elektronischen Patientenakte sei, die er als "einen wichtigen und notwendigen Schritt" bezeichnete. Damit soll ihr großflächige Einsatzfähigkeit gewährleistet werden. Dabei erwähnte er, wie wichtig medizinische Daten in der Gesundheitsforschung seien. "Es ist notwendig, die Forschungsdateninfrastruktur auszubauen", sagte Lauterbach. Dabei solle das Thema Datenschutz hoch angesiedelt, aber auch angemessen sein.

Abschließend ging er auch auf die Zukunft der Telematikinfrastruktur ein: "Wir wollen die Welt der Konnektoren hinter uns lassen". Statt auf den teuren Austausch der Konnektor-Hardware einzugehen, wies er auf Chancen und Potenziale von Clouds, mobilen Anwendungen und Einbindung von Smartphones für die Digitalisierung des Gesundheitswesens hin.

(mack)