Lehren aus der Pandemie: Ministerpräsidenten wollen Homeoffice ausweiten

Die Regierungschefs der Länder fordern, den "pandemiebedingten Digitalisierungsschub" zu nutzen. Datenschutz dürfe wichtige Funktionen nicht verhindern.

Lesezeit: 5 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 93 Beiträge

(Bild: PhotoSGH/Shutterstock.com)

Von
  • Stefan Krempl
Inhaltsverzeichnis

Eines der großen Anliegen der am Freitag in Königswinter zu Ende gegangenen Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) war es, "Lehren aus der Pandemie" zu ziehen. Die Regierungschefs der Länder haben dazu gleich zwei Beschlüsse gefasst. Sie wollen demnach die "Krisenresilienz von Staat, Verwaltung und Wirtschaft" fördern und etwa die Chancen ergreifen, die sich durch "ein erweitertes Angebot von Homeoffice" bieten. Ein solches erlaube eine "Flexibilisierung der Arbeitsgestaltung" und verbessere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Die Coronavirus-Pandemie hat laut dem Beschluss bereits in vielen Bereichen zu einer deutlich stärkeren Anpassungsfähigkeit "in Bezug auf den Arbeitsort, die Arbeitszeit und die Arbeitsorganisation geführt". Homeoffice-Regeln hätten "einen substantiellen Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens geleistet". Zugleich habe sich gezeigt, "dass das ortsunabhängige digital unterstützte Arbeiten vielfach deutlich besser funktioniert hat, als anfangs allgemein erwartet wurde". Diese Erkenntnis werde Teile der Arbeitswelt über die Pandemie hinaus nachhaltig verändern.

Die Länder wollen die Vorzüge der Telearbeit nun "nicht zuletzt zur Stärkung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes nutzen". Homeoffice und weitere Formen des mobilen Arbeitens bieten den Regierungschefs zufolge zudem ein besonderes Potenzial für den ländlichen Raum: "Durch den Wegfall von Pendelwegen stellen sie auch einen Beitrag zum Klimaschutz dar." Gleiches gelte für dezentral funktionierende Formen des Arbeitens wie Co-Working-Spaces. Sie sollten daher "bei der Gewährleistung gleichwertiger Lebensverhältnisse noch stärker in den Blick genommen werden".

Weiter fordern die Ministerpräsidenten, dass der Bund sich "im Hinblick auf den Ausbau und die Weiterentwicklung von Warnmitteln für die Bevölkerung noch stärker einbringt. Sie begrüßen das Förderprogramm für den Ausbau des Sirenennetzes des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge (BBK). Dieses könne jedoch "nur ein erster Schritt für die nachhaltige Beteiligung des Bundes an der Finanzierung des Ausbaus der kommunalen Sirenennetze sein, der auch für den Zivilschutz von Bedeutung ist".

Laut dem zweiten Papier hat die Pandemie den Bedarf verdeutlicht, "sehr zügig länderübergreifend einsetzbare, barrierefreie, einheitliche oder kompatible und mit den erforderlichen Schnittstellen ausgestattete digitale Lösungen für bestimmte Lebensbereiche anzubieten". Der IT-Planungsrat soll daher bis März 2022 Vorschläge unterbreiten, wie solche Prozesse noch besser gesteuert werden könnten.