LinkedIn kopiert Tastatureingaben unter iOS: "Ein Bug"

Die App des Microsoft-Berufsnetzwerkes kopiert jeden eingetippten Buchstaben auf dem iPhone. Das sei so nicht gewollt, so das Unternehmen.

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Mit 300 Millionen Mitgliedern ist LinkedIn nach eigenen Angaben das größte Business-Netzwerk weltweit.

(Bild: dpa, Jens Büttner)

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Nach TikTok und diversen anderen iOS-Apps haben Entwickler nun auch der offiziellen LinkedIn-Anwendung nachgewiesen, dass sie auf iPhone und iPad regelmäßig Inhalte aus der Zwischenablage kopiert. Die aktuelle Version der App der Microsoft-Tochter tut dies sogar besonders aggressiv. So wird offenbar jedes einzelne Zeichen, das der Nutzer eingibt, übertragen.

Feststellen lässt sich das dank einer neuen Funktion in iOS 14, die per Info-Pop-up mitteilt, sobald eine Anwendung auf das Clipboard zugreift. Sie ist in der aktuell verfügbaren Entwicklerbeta enthalten. Vertreter des Berufsnetzwerks gaben sich ahnungslos. Gegenüber US-Medien sowie Usern auf Twitter teilte die Firma mit, man bedanke sich für die Information.

Grund für die ständige Kopiererei sei ein Bug. Ein LinkedIn-Vizepräsident schrieb auf Twitter, man habe das Problem auf einen "Codepfad" zurückverfolgt, der einen "Gleichheitsvergleich zwischen den Inhalten der Zwischenablage und dem aktuell eingetippten Content einer Textbox" vornehme. Man speichere oder übertrage die Clipboard-Inhalte nicht.

Das unter Jugendlichen populäre soziale Netzwerk TikTok aus China hatte ein ähnlich aggressives Vorgehen in seiner App gezeigt. Hier wurde alle ein bis drei Tastaturanschläge kopiert. Zur Begründung hieß es, es handele sich um ein "Anti-Spam-Feature", das man künftig deaktivieren werde. In einer neuen Version der Anwendung sei es bereits nicht mehr enthalten, diese ist kürzlich eingereicht worden.

Weder TikTok noch LinkedIn sind tatsächlich die einzigen iOS-Apps, die sich ausgiebig aus dem Clipboard bedienen. So wurde das Verhalten schon bei den Apps des Wall Street Journal, der von Starbucks, AccuWeather, Fox News, New York Times oder Overstock festgestellt. Sie kopieren jeweils zum Wechsel in die App, was der Nutzer eingetippt hat. Problematisch ist dabei, dass sich darunter auch Passwörter und andere sensible Daten befinden können.

(bsc)