Linus Torvalds wünscht sich Linux auf Apples M1-Macs

Linux-Mastermind Linus Torvalds würde ein MacBook mit M1-ARM-CPU nehmen, aber bis darauf Linux läuft, ist es noch ein weiter Weg.

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(Bild: J0hnTV/Shutterstock.com)

Von
  • Christof Windeck

Linus Torvalds hält bekanntlich mit seiner Meinung nicht hinterm Berg und beteiligt sich häufig am Forum der Webseite Real World Technologies. Dort wurde er nach seiner Meinung zu den neuen MacBooks mit "Apple Silicon" befragt, also mit dem neuen ARM-Prozessor M1. Torvalds "würde liebend gerne" ein solches Notebook nutzen, aber nur, wenn Linux darauf läuft. "Ich warte schon lange auf ein ARM-Notebook mit Linux", ergänzte er noch.

Grundsätzlich läuft Linux problemlos auf Systems-on-Chip (SoCs) mit ARM-Rechenkernen wie Raspberry Pi, ARM-Chromebooks und ARM-Server. Auf iOS-Geräten erlaubt die App iSH die Nutzung einer Linux-Shell.

Doch einige Besonderheiten der neuen Apple-M1-Rechner erschweren den Linux-Start. So gibt es bislang keine Linux-Treiber für Apples hauseigene Grafikprozessoren, die auch im M1 stecken. Und den M1-Macs fehlt (unter anderem) auch Boot Camp, was die parallele Installation alternativer Betriebssysteme wie Windows ober Linux auf x86-Macs erleichtert.

Eine Antwort auf Torvalds' Forumsbeitrag bei realworldtech.com ist spannend, denn sie kommt aus dem Hacker-Team, das den iOS-Jailbreak "checkra1n" entwickelt hat. Demnach arbeitet das Team daran, Linux auf Apples M1-Systeme zu bringen, und hat weitere wichtige Hürden identifiziert.

Das Booten von Linux sollte im Prinzip funktionieren, weil es in Apples Secure Boot einen "Permissive"-Modus gibt, in dem man eigene kryptografische Signaturen einbinden kann.

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Allerdings booten die M1-Prozessoren wie auch Apples A-Prozessoren nicht mit einer EFI-Firmware, sondern mit iBoot. Laut checkra1n-Team sollte sich aber ein UEFI-Bootloader inklusive ACPI-Tabellen nachladen lassen, um Linux zu starten. So booten etwa auch ARM-Server nach SBSA-Spezifikation.

Eine Idee ist ein schlanker Hypervisor, der Linux in eine VM lädt und bestimmte Funktionen emuliert. Das ist demnach etwa nötig, weil Apple einen speziellen Interrupt-Controller namens Advanced Interrupt Controller (AIC) eingebaut hat und nicht etwa den gängigen ARM Generic Interrupt Controller (GIC).

Auch bei der Energieverwaltung des SoC per Power State Coordination Interface (PSCI) und mit den Collaborative Processor Performance Controls (CPPC) sieht der Forumsteilnehmer offene Baustellen. Er schätzt, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis Linux auf Apple-M1-Rechnern starten wird.

(ciw)