Linux-Distribution Rolling Rhino Remix: Ubuntu als inoffizielles Rolling Release

Die Linux-Distribution Rolling Rhino Remix liefert ein Ubuntu-System, das sich immer auf dem neuesten Stand hält – aber nicht für jeden geeignet ist.

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Aufmacher Rolling Rhino Remix

(Bild: Screenshot)

Von
  • Tim Schürmann

Mit Rolling Rhino Remix erblickte jetzt eine auf Ubuntu basierende Linux-Distribution mit Rolling-Release das Licht der Welt. Ubuntu erscheint regelmäßig in neuen Hauptversionen, die mitunter umfangreiche Änderungen enthalten. Ein Umstieg verlangt daher häufig zusätzliche Handgriffe und Nacharbeiten.

Zwischen den Upgrades arbeitet man zwar mit gut getesteten, aber nicht immer den neuesten Programmversionen. Beide Nachteile vermeiden sogenannten Rolling-Release-Distributionen, wie etwa Arch Linux oder openSUSE Tumbleweed. Sie erhalten kontinuierlich neue Software und bleiben so stetig auf dem aktuellsten Stand.

Aus Sicht des Software-Entwicklers mit dem Pseudonym MrBeeBenson sollte deshalb auch Ubuntu dem Rolling-Release-Prinzip folgen. Das Verfahren sei insbesondere für Desktop-Nutzer die bessere Wahl. MrBeeBenson stieß schließlich auf ein von Martin Wimpress geschriebenes Skript namens Rolling Rhino. Es verwandelt eine Ubuntu-Installation in ein Rolling Release, indem es auf die aktuelle Entwicklerversion ("devel") der Distribution wechselt.

Mithilfe des Skripts bauten MrBeeBenson und sein Mitstreiter Billy G. kurzerhand eine eigene Ubuntu-Variante, die dem Rolling-Release-Prinzip folgt. In Anlehnung an das zentrale Skript tauften sie ihre Distribution auf den Namen Rolling Rhino Remix. Eine erste öffentliche Fassung des Installationsmediums steht mittlerweile zum Download bereit.

Bei der Inbetriebnahme sollte man allerdings im Hinterkopf behalten, dass es sich um keine offizielle Ubuntu-Variante handelt und sie somit auch keine Unterstützung von Canonical erhält. Des Weiteren basiert Rolling Rhino Remix auf dem aktuellen Entwicklerzweig von Ubuntu. Da die dort enthaltenen Programmversionen nicht immer zu den aktuellen zählen, betreut das Rolling-Rhino-Remix-Team eigene Repositories. Sie sollen möglichst frische Programmversionen offerieren, darunter etwa auch den jüngsten Linux-Kernel.

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Die Software im Ubuntu-Entwicklerzweig ist darüber hinaus noch nicht umfassend getestet. Aktualisierungen könnten folglich das laufende System beschädigen. Abschließend verlangt Rolling Rhino Remix derzeit noch einige Handgriffe auf der Kommandozeile: Direkt nach der Installation muss man zunächst per rhino-init die Softwarequellen umbiegen, Updates spielt zukünftig im Betrieb rhino-update ein. Unter dem Strich eignet sich Rolling Rhino Remix daher nur für erfahrene Linux-Nutzer.

Vor fast zehn Jahren diskutierte Canonical, ob eine Umstellung auf Rolling Release nicht sinnvoll sei. Das stieß damals jedoch auf mehrheitliche Ablehnung.

(dmk)