Linux Foundation unterstützt Gesundheitsbehörden bei der Eindämmung von COVID-19

Die neu gegründete Initiative Linux Foundation Public Health (LFPH) bringt Anbieter von Open-Source-Technologien zur gemeinsamen Pandemiebekämpfung zusammen.

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(Bild: Shutterstock/isai Hernandez)

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Die Linux Foundation (LF) hat gemeinsam mit sieben Technologie-Unternehmen eine Initiative für öffentliche Gesundheit ins Leben gerufen, die Gesundheitsbehörden bei der Eindämmung der COVID-19-Pandemie durch Open-Source-Technologien unterstützen soll. Hinter der Linux Foundation Public Health (LFPH) stehen als Gründungsmitglieder die Unternehmen Cisco, doc.ai, Geometer, IBM, NearForm, Tencent und VMware sowie zwei von der Linux Foundation gehostete Projekte mit Pandemiebezug (das kanadische Projekt COVID Shield und das Projekt hinter dem irischen COVID-Tracker, COVID Green).

Das Dach der Linux Foundation soll die bislang verstreuten Open-Source-Initiativen mit dem notwendigen organisatorischen Rahmen und Know-how versehen, damit die Bemühungen nicht im Sande verlaufen. Das langfristige Ziel ist offenbar die konzertierte Zusammenarbeit von Gesundheitsbehörden, Epidemiologen, Datenschutz- und Sicherheitsexperten sowie führenden IT-Unternehmen. Geschäftsführer der neuen Organisation ist Dan Kohn, der auf Projektleitungserfahrung bei der CNCF (Kubernetes, Fluentd) verweisen kann. Anfänglicher Schwerpunkt der LFPH soll die Verbesserung von Anwendungen sein, die beim Unterbrechen der Infektionsketten zum Einsatz kommen – zum Beispiel, indem sie Nutzer nach dem Kontakt mit Infizierten benachrichtigen.

So haben einige Shopify-Entwickler ehrenamtlich COVID Shield erstellt, das derzeit vor allem in Kanada zum Einsatz kommt. COVID Green hingegen stammt aus der Feder eines Teams von NearForm, das die irische Regierung und die Gesundheitsbehörden in Irland bei der Pandemiebewältigung unterstützt. Beide Programme basieren auf dem Google Apple Exposure Notification System (GAEN). Laut COVID-Green-Team nutzt seit zwei Wochen bereits rund ein Drittel der erwachsenen Iren diese App – global betrachtet eine besonders hohe Akzeptanz. Zum Vergleich: Die Corona-Warn-App des RKI, die von SAP und der deutschen Telekom in einem dezentralen Modell und ebenfalls quelloffen entwickelt worden ist, haben bislang 16,1 Millionen Menschen heruntergeladen (Stand: 20. Juli 2020). Das entspricht etwa 19 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung.

Die Linux Foundation Public Health (LFPH) ist eine gemeinnützige Organisation. Sie fördert Open-Source-Technologien zum Einsatz bei öffentlichen Gesundheitseinrichtungen international, um die aktuelle Pandemie und künftige Epidemien besser eindämmen zu können. Weitere Projekte können der LFPH beitreten und Software-Beiträge leisten, mit denen Gesundheitsbehörden durch das Testen, Nachverfolgen und Isolieren von (potenziell) Infizierten künftig Infektionsketten rascher durchbrechen können. Die von Mitgliedern der Initiative entwickelten Anwendungen sollen Gesundheitsbehörden und ihren IT-Partnern zur Verfügung stehen. Eingangs steht offenbar zunächst die Weiterentwicklung von Technologien auf dem Programm, die auf dem von Google und Apple entwickelten GAEN-Konzept basieren.

Weitere Informationen finden Interessierte auf der Internetseite der neu gegründeten Initiative. Zu der App COVID Shield haben ihre Entwickler eine Homepage erstellt, und zu der Initiative der Linux Foundation Public Health steht eine Pressemeldung des irischen Gesundheitsdienstes HSE (Health Service Executive) bereit. Zu COVID Green und der Quellcode-Spende an die Linux Foundation lassen sich auch der Internetseite von NearForm Hinweise entnehmen. (sih)