Linux auf M1-Macs mit Multipass

Ubuntu-Herausgeber Canonical hat mit Multipass 1.8 eine Technik vorgelegt, mit der man mit geringem Aufwand Linux auf M1-Macs nutzen kann.

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Teaser-Bild Ubuntu-Logo 18.04

(Bild: Canonical)

Von
  • Dirk Knop

Die Macs mit M1-Prozessor stellen aufgrund der ARM-Prozessorarchitektur eine Herausforderung dar, wenn man andere Betriebssysteme nutzen möchte. Canonical hat mit Multipass 1.8 eine Technik herausgegeben, die eine VM mit Ubuntu-Linux sehr einfach auch auf den neuen Macs bereitstellt.

Multipass startet eine virtuelle Maschine mit dem nativen Hypervisor des Host-Betriebssystems – oder wahlweise auch in VirtualBox. Dazu muss man zuvor keine langwierige Linux-Installation durchlaufen, sondern erhält direkt Zugriff auf ein frisch aufgesetztes Betriebssystem. Dazu lädt das Programm beim ersten Startversuch einer VM ein frisches Image herunter. Das dauert einmalig etwas länger, je nach Bandbreite der eigenen Internetanbindung. Danach wird jedoch das heruntergeladene Image wiederverwendet, bis es veraltet ist und durch ein neueres ersetzt wird.

Bandbreitennutzung beim VM-Download durch Multipass (unter Windows). Mit 100 MBit braucht der Download weniger als eine Minute.

(Bild: Dirk Knop)

Es lassen sich beim Multipass-Aufruf auch direkt Kommandos mitgeben, die in der so gestarteten VM aufgerufen werden. So lassen sich Linux-Anwendungen fast wie native Apps nutzen.

Bislang sind alternative Betriebssysteme zu MacOS auf Macs mit dem ARM-Befehlssatz-basierten M1-Prozessor eine frickelige Angelegenheit. Virtualisierer wie Parallels oder VirtualBox sind noch nicht im finalen Status. Und dann lassen sich auch nur ARM-Versionen anderer Betriebssysteme nutzen – Windows für ARM ist aber beispielsweise auch noch im Vorschaustatus. Der Griff zu Qemu wäre zwar denkbar, ist aber ebenfalls mit sehr viel Handarbeit verbunden und die Geschwindigkeit am Ende für praktische Einsatzzwecke unzureichend.

In diese Lücke stößt Canonical nun vor und hat eine einfach nutzbare Lösung vorgestellt, womit sich native Linux-Apps auch auf diesen Macs nutzen lassen.

(dmk)