Literaturportal Project Gutenberg wieder von Deutschland aus erreichbar

Drei Jahre lang war das US-amerikanische Project Gutenberg für Nutzer aus Deutschland gesperrt. Nun sind nur noch ein paar Werke von hier aus nicht verfügbar.

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(Bild: University of London)

Von
  • Detlef Borchers

Das Literaturportal Project Gutenberg ist jetzt nach einer drei Jahre währenden Sperre von Deutschland aus wieder erreichbar. Nur noch die Werke von Thomas Mann und einige Romane von Alfred Döblin unterliegen teilweise einer Sperre.

Nach einem Rechtsstreit mit der Kanzlei Waldorf Frommer hatte die in drei Instanzen unterlegene Project Gutenberg Literary Archive Foundation (PGLAF) die deutsche Version des Project Gutenberg mit Geoblocking gesperrt. Waldorf Frommer hatte im Auftrag des Verlags S. Fischer verlangt, dass 18 Werke von Thomas und Heinrich Mann sowie von Döblin entfernt werden. Außerdem sollte das Projekt alle IP-Adressen offenlegen, von denen die Werke heruntergeladen wurden. Letzteres war nicht möglich, da die Serverlogs bereits gelöscht waren.

Nun haben sich beide Parteien außergerichtlich geeinigt. Sieben Werke von Thomas Mann sind noch bis zum Anfang 2026 und fünf von Alfed Döblin bis Anfang 2028 für "deutsche IPs" gesperrt.

Die PGLAF hatte das Angebot für Deutschland gesperrt, weil es Klagen weiterer deutscher Verlage befürchtet hatte. Während in den USA Werke eines Autors 56 Jahren nach seinem Tod gemeinfrei werden, dauert der Urheberrechtsschutz in Deutschland 70 Jahre. Heinrich Manns Todestag jährte sich im März 2020 zum 70. Mal.

S. Fischer hatte die komplette Sperre kritisiert, das Project Guttenberg wolle wohl die Nutzer des Portals für Proteste instrumentalisieren. Das deutsche Projekt Gutenberg war von der Klage nicht betroffen.

(anw)