Logitech: Wir wissen, was Frauen von einer Karriere in der IT abhält

Logitech und Girls Who Code wollen herausgefunden haben, warum noch immer so wenige Frauen in der Tech-Branche arbeiten – und wie sich das ändern kann.

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(Bild: file404/Shutterstock.com)

Von
  • Jonas Volkert

Logitech und die gemeinnützige Organisation Girls Who Code haben gemeinsam den Report "What (and Who) is Holding Women Back in Tech?" (Was (und wer) hält Frauen in der Technik-Branche zurück) veröffentlicht. Darin erörtern sie die Frage, warum der Anteil von Frauen in der Belegschaft von IT-Firmen seit Jahren nicht zu-, sondern tendenziell sogar abnimmt. Die Studie bezieht sich auf Angestellte in den USA. Aus den erhobenen Umfragedaten leiten die Autoren konkrete Schritte ab, die zu einem Zuwachs des Anteils weiblicher Arbeitskräfte in der IT beitragen sollen.

Laut Studie ist die Unterrepräsentation von Frauen besonders in den Bereichen Engineering (15 Prozent Frauen-Anteil) und Informatik (25 Prozent) ausgeprägt. Zwar würden sich viele Software-Unternehmen die Prinzipien des agilen Manifests auf die Fahnen schreiben – insgesamt arbeiten demnach 70 Prozent der US-Software-Firmen nach dem Manifest. Gelebt würden dessen zentrale Bausteine wie Teamwork, ein wohlwollendes Miteinander und offene Kommunikation aber nur in den wenigsten Unternehmen. Dabei sei die Umsetzung genau dieser Leitlinien der richtige Weg für eine inklusivere Arbeitsumgebung für weibliche IT-Fachkräfte und damit einen höheren Frauenanteil in der Branche, meinen die Autoren.

Fünf zentrale Aspekte macht der Report aus, die einen großen Einfluss auf den Karriereweg angehender ITlerinnen ausüben sollen. Zum einen haben bei den derzeit bereits in der IT-tätigen Frauen persönliche Vorbilder eine große Rolle gespielt. Zuspruch aus dem persönlichen Umfeld haben demnach 96 Prozent der Jung-ITlerinnen erfahren, konkret zu diesem Karriereweg motiviert von Lehrerinnen oder den eigenen Eltern wurden 60 Prozent der Befragten.

Die Leidenschaft für Computer ist für Frauen sogar eine größere Job-Motivation als für Männer: 35 Prozent der Frauen gaben das an, aber nur 26 Prozent der männlichen Befragten. Auch wichtig für weibliche IT-Fachkräfte: Ein Beruf, der einen bedeutenden Beitrag zur Gesellschaft leistet (92 Prozent der Frauen). Auf das Gehalt kommt es beiden Gruppen weniger an, ein gut bezahlter Job dient nur 33 Prozent der Frauen und 34 Prozent der Männer als Motivationsspritze.

Ebenfalls wichtig war Frauen, die sich für eine IT-Karriere entschieden haben, der Zugang zu frauenfreundlichen Arbeitsgruppen im Laufe der Ausbildung. Wohl auch, weil neun von zehn von ihnen bereits "Mikroaggressionen" wie eine unfaire Behandlung wegen ihres Geschlechts oder sexistische Witze über sich ergehen lassen mussten. Ganze 40 Prozent der Frauen gaben an, bereits Erfahrung mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz gemacht zu haben. Deshalb sei auch ein grundlegendes Umdenken der gesamten männlichen Belegschaft in IT-Unternehmen dringend notwendig, so die Studie weiter.

Für den Report "What (and Who) is Holding Women Back in Tech?" haben Logitech und Girls Who Code insgesamt 400 Angestellte von IT-Firmen, jeweils 200 Frauen und Männer, befragt. Alle Befragten sind seit weniger als 10 Jahren in der Software-Entwicklung, beziehungsweise der IT-Branche tätig. Den vollständigen Report bietet Logitech kostenlos an.

Auch hierzulande liegt der Anteil weiblicher Angestellter in der IT noch deutlich unter dem männlicher Kollegen.

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(jvo)