LoongArch: China hat eigenen CPU-Befehlssatz fertig entwickelt

Erste Prozessoren mit der Loongson Architecture soll noch dieses Jahr erscheinen. Angedacht sind bis zu 16 Rechenkerne.

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(Bild: cherezoff / Shutterstock.com)

Von
  • Mark Mantel

Loongson Technology, Teil der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, hat einen eigenen CPU-Befehlssatz mit dem Namen Loongson Architecture, kurz LoongArch, angekündigt. Schon in diesem Jahr soll mit dem 3A5000 der erste entsprechende Prozessor in China erscheinen.

Die Entwicklung eines eigenen CPU-Befehlssatzes ist ein weiterer Schritt Chinas, sich in Sachen Hardware und Halbleiter von der Außenwelt unabhängig zu machen. Bei bisherigen Prozessoren setzte Loongson Technology auf MIPS64-Instruktionen. Parallel laufen Milliarden-Investitionen, um eine eigene Chipfertigung aufzubauen – derzeit mit mäßigem Erfolg.

LoongArch besteht zunächst aus knapp 2000 Instruktionen, darunter auch Vektor-Erweiterungen analog zu den Advanced Vector Extensions (AVX) von x86, die AMD und Intel nutzen. Laut Ankündigung lag der Fokus auf einem schlanken Befehlssatz ohne Altlasten, was die Effizienz erhöhen und die App-Programmierung erleichtern soll. Eine Drittfirma hat nach eigenen Angaben alle Patente überprüft und keine Verletzungen zu ARM, MIPS, Power, RISC-V, x86 oder anderen Befehlssätzen feststellen können.

Programme bestimmter anderer Befehlssätze sollen LoongArch-Prozessoren samt selbstentwickeltem Betriebssystem übersetzen können – MIPS sollte wegen des bisherigen Fokus dazugehören, genauere Angaben fehlen jedoch.

3A5000-Prozessoren laufen derweil in den eigenen Laboren und sollen ab dem Sommer in ersten chinesischen PCs landen. Laut einem Beitrag der CnTechPost handelt es sich dabei um eine Vierkern-CPU mit einer Taktfrequenz von 2,5 GHz. Ein größerer Server-Ableger mit 16 Rechenkernen soll bis zum Jahresende folgen. Angedacht sind Systeme mit 4 bis 16 Sockets pro Server-Mainboard.

Ein Chipauftragsfertiger produziert die Prozessoren mit Strukturbreiten von 12 Nanometern. Dafür käme beispielsweise die chinesische Firma SMIC infrage, sofern der verfeinerte Prozess inzwischen bereitsteht.

(mma)