Luft nach oben: Apple erlaubt Entwicklern Transfers von Apps mit iCloud-Nutzung

Lange Zeit war bei Apple die Übertragung von Apps an andere Entwicklerkonten eingeschränkt. Dieses Jahr wurden die Möglichkeiten deutlich erweitert.

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iCloud+

(Bild: Apple)

Von
  • Malte Kirchner

Apps, die Gebrauch von Apples iCloud machen, können jetzt von einem Entwicklerkonto zu einem anderen transferiert werden. Was nach einer Selbstverständlichkeit klingt, war lange Zeit nicht möglich: Zwar konnten Apps, die zum Beispiel von einem Entwickler an eine Firma verkauft wurden oder von einem privaten in einen Unternehmens-Account verlagert werden sollten, schon länger übertragen werden – aber das nur, wenn sie keine Cloud-Fähigkeiten bei Apple nutzen. Da die iCloud aber von vielen Entwicklern gerne verwendet wird und Apple diese Funktionen auch anpreist, war die Nicht-Übertragbarkeit ein Hemmnis. Wie viele Entwickler genau davon betroffen waren, ist nicht bekannt.

Die iCloud-Funktionen für Developer namens CloudKit hat Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC mit iOS 8 im Jahr 2014 eingeführt. Für Apps gibt es drei Möglichkeiten, auf Apples Cloud zuzugreifen. Im einfachsten Fall werden Schlüssel-Wert-Paare gespeichert (Key-Value-Storage). Dieses einfache Verfahren eignet sich, wenn zum Beispiel einzelne Werte und Einstellungen auf einfache Weise in der Cloud hinterlegt werden sollen. Diese stehen dann der jeweiligen App auf allen Geräten zur Verfügung, die mit der gleichen Apple ID in der iCloud angemeldet sind.

Dann gibt es iCloud Container. In diesen gibt es eine öffentliche und eine private Datenbank. Wie bei den Apps auf Systemebene der iPhones und iPads sind diese Speicherbereiche auch in der Cloud voneinander abgeschottet. Entwickler können jedoch bei mehreren Apps, die alle von ihnen kommen, untereinander einige Daten austauschen. Außerdem steht Entwicklern auch die Möglichkeit offen, mit ihren Apps Dateien der Nutzer in der iCloud zu hinterlegen.

Die iCloud ist einer von mehreren Faktoren, wie Apps im Ecosystem von Apple an die Dienste Apples und einzelne Entwickler gebunden sind. Bei App-Umzügen müssen Developer zum Beispiel auch daran denken, Vorkehrungen zu treffen, damit nach dem Umzug Pushnachrichten, Apple Pay, der Login-Dienst "Sign in with Apple" und anderes weiterhin funktioniert. Apple hat hierzu Support-Dokumente auf seinen Entwickler-Webseiten.

Die Möglichkeit, Apps aus dem eigenen Entwicklerkonto bei Apple in ein anderes zu übertragen, gibt es erst seit dem Jahr 2013. Da die personalisierten Zugänge nicht umgewidmet werden können, mussten zum Beispiel an einen anderen Entwickler verkaufte Apps vor Einführung des Transfers erst einmal komplett aus dem App Store genommen und mit dem anderen Account neu eingereicht werden. Vorhandene Nutzer erhielten so keine Updates mehr und die Entwickler verloren die bisherigen Bewertungen.

Mit dem App-Transfer wurde das besser – sofern er denn möglich war. Neben der bisher fehlenden iCloud-Unterstützung gab es auch zeitweise die Einschränkung, dass es Apple Entwicklern des App Store Small Business Programs nicht erlaubte, ihre Apps zu transferieren. In dem Programm, das im Jahr 2020 aufgelegt wurde, zahlen zugelassene Entwickler auf jeden Umsatz nur 15 Prozent statt der üblichen 30 Prozent an Apple. Teilnehmen dürfen Entwicklerinnen und Entwickler, die weniger als eine Million US-Dollar pro Jahr mit ihren Apps verdienen. Im Februar 2022 änderte Apple die Regeln, sodass App-Transfers in dem Programm nun doch möglich sind.

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(mki)