Lyft fährt weiter in die roten Zahlen​

Uber-Rivale Lyft gibt sich betont optimistisch. Doch die Verluste steigen auf 70 Prozent des Umsatzes.

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Rote Ampel und rote Fußgängerampel an einer Kreuzung der California Street in San Francisco

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Daniel AJ Sokolov

Der US-amerikanische Fahrtenvermittler Lyft leidet weiter unter der Corona-Pandemie. Im ersten Quartal hat der Umsatz 609 Millionen US-Dollar erreicht, 36 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Hoffnungsschimmer: Gegenüber dem vierten Quartal 2020 ist das ein Zuwachs von sieben Prozent. Das hat die Firma Dienstagabend mitgeteilt.

Der Betriebsverlust ist leicht von 414 Millionen auf 416 Millionen Dollar gestiegen, während der Nettoverlust um sieben Prozent auf 427 Millionen Dollar geklettert ist. Das bedeutet, dass Lyft für jeden eingenommenen Dollar 70 Cent Nettoverlust schreibt. Lyfts Barbestand ist in einem Jahr von 1,1 Milliarden Dollar um mehr als die Hälfte auf 496 Millionen Dollar gefallen. Im ersten Quartal selbst ist er hingegen um 57 Millionen Dollar gestiegen. Das liegt unter anderem daran, dass Lyft mehr Finanzpapiere verkauft als gekauft hat.

"Angesichts fortschreitender (wirtschaftlicher) Erholung sind wir überzeugt, dass wir starke Finanzergebnisse liefern werden können", sagte Lyft-Mitgründer und -CEO Logan Green am Dienstag. Die institutionellen Anleger glauben es ihm. Nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse haben sich Lyft-Aktien im nachbörslichen Handel fast sechs Prozent verteuert.

Eines teuren Brockens entledigt sich das Unternehmen gerade: Lyft gibt den Traum selbst entwickelter selbstfahrender Autos auf. Es verkauft die dafür zuständige Tochterfirma Level 5 an die Toyota-Tochter Woven Planet Holdings.

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Sah Lyft-Mitgründer und -Präsident John Zimmer in der Eigenentwicklung selbstfahrender Autos 2017 den richtigen Weg zum Sieg über die Konkurrenz, soll nun ausgerechnet der Ausstieg aus diesem Projekt dazu verhelfen: "Mit dem anstehenden Verkauf unserer Selbstfahr-Abteilung Level 5 ist Lyft dazu aufgestellt, den Übergang zu autonomem (Fahren) durch unser Hybrid-Netz aus menschlichen Chauffeuren und automatisierten Fahrzeugen, fortgeschrittener Marktplatztechnik und führender Flottenmanagementfähigkeiten zu gewinnen."

Immerhin lässt Toyota 550 Millionen US-Dollar springen. Vielleicht noch wichtiger: Lyft erspart sich die Kosten der Entwicklungsabteilung von etwa 100 Millionen Dollar jährlich. Im ersten Quartal 2021 hätte das die Verluste von 70 auf 66 Prozent des Umsatzes gedrückt.

(ds)