MAN-Chef sieht H2-Lkw erst Mitte der 30er-Jahre: "Grüner Wasserstoff ist knapp"

Bei Erzeugung und Nutzung Grünen Wasserstoffs gehen etwa zwei Drittel der gesamten Energie verloren. Daher sieht der MAN-Chef H2-Lkw erst Mitte der 30er-Jahre.

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(Bild: r.classen / Shutterstock.com)

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  • dpa

Die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle im Schwerlastverkehr dürfte nach Einschätzung des MAN-Chefs noch nicht so bald in großer Zahl eingeführt werden. "Grüner Wasserstoff ist knapp", sagte Alexander Vlaskamp heute auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover.

Bei Erzeugung und Nutzung Grünen Wasserstoffs gingen derzeit zudem etwa zwei Drittel der gesamten Energiemenge über die einzelnen Umwandlungsstufen verloren. Reiner Wasserstoff muss zunächst – idealerweise mit Ökostrom – selbst energieintensiv aus Verbindungen wie Wasser oder Ammoniak gewonnen werden. Bei seiner Wiederverbrennung, im angeschlossenen Elektromotor sowie bei der auf den Antriebsstrang übertragenen Bewegung fließt weitere Nutzenergie ab.

Wohl frühestens Anfang oder Mitte der 2030er Jahre könnten Brennstoffzellen-Lkw in großen Stückzahlen rentabel verwendet werden, schätzt Vlaskamp. "Aus diesem Grund konzentrieren wir uns jetzt erst einmal auf batterieelektrische Lastwagen." Der Vorstandschef der Münchner Volkswagen-Tochter bekräftigte das Ziel, dass etwa ab 2025 die Gesamtbetriebskosten für Batterie-Lkw im Schnitt zu denjenigen mit Dieselmotoren aufschließen könnten – oder auch darunter liegen.

Oft werde die E-Mobilität bisher nur mit dem Umbruch des Pkw-Geschäfts verbunden, meinte Vlaskamp. Aber: "Der Wandel zur klimaneutralen Mobilität schreitet mit zunehmendem Tempo voran. Die Lastwagenbranche wird folgen."

(fpi)