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MWC 2022: Aufbruch in die "Ära der Hyperkonnektivität"​

Zum Auftakt des MWC Barcelona zeigt sich die Branche selbstbewusst – ohne Netze keine Digitalisierung. Die Telcos erneuern alte Forderungen an die Politik.

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5G Symbolbild

2019 war der letzte reguläre MWC in Barcelona.

(Bild: heise online/vbr)

In Barcelona ist am Montagmorgen der MWC 2022 eröffnet worden. Es ist die erste reguläre Ausgabe der Mobilfunkmesse seit Ausbruch der Pandemie. Rund 1500 Aussteller zeigen ihre Neuheiten in den Hallen der Fira Barcelona, zahlreiche Wirtschaftsvertreter und Politiker werden zu dem wichtigsten Event der Mobilfunkbranche erwartet. Er rechne mit "40.000 bis 60.000" Besuchern, sagte Messechef John Hoffman am Sonntag. Die Messe läuft noch bis Donnerstag.

Die GSMA erwartet laut einer am Montag veröffentlichten Prognose, dass bis Ende 2025 jede vierte Mobilfunkverbindung über 5G läuft und rund 40 Prozent der Weltbevölkerung in Reichweite eines 5G-Netzes leben. Derzeit haben demnach 176 Netzbetreiber in 70 Ländern 5G im Livebetrieb, das ist etwa ein Fünftel aller Anbieter weltweit. In Ländern wie China, Südkorea oder den USA, die früh mit dem Ausbau begonnen haben, sei 5G inzwischen "Mainstream".

Vor dem Hintergrund des laufenden Ausbaus der Netze mit 5G richtet sich der Blick der Branche nun darauf, das Potenzial der neuen Mobilfunkgeneration zu heben. "Wir brechen in eine Ära der Hyperkonnektivität auf", sagte Telefónica-CEO José María Álvarez-Pallete zum Auftakt der Messe. Das technische Rückgrat für dieses neue Zeitalter liefert die Telekommunikationsbranche – entsprechend selbstbewusst tritt sie in Barcelona auf. "Ohne uns wäre der Rest der Welt von der Digitalisierung abgeschnitten", sagte Álvarez-Pallete.

Beim 5G-Ausbau hängt Europa noch hinterher und wird bis Ende des Jahrzehnts benötigen, um auf den Stand zu kommen, auf dem China heute ist, meint Nick Read. "Europa wird nur aufschließen, wenn wir den schlechten Zustand und die Fragmentierung der Branche überwinden können. Sonst werden wir in der neuen Tech-Weltordnung nur Zuschauer sein", warnte der Vodafone-CEO. Das geht vor allem an die Adresse der Politik: Das Thema der Telco-Regulierung ist auf jedem MWC ein heißes Eisen.

Auch Álvarez-Pallete greift das auf. "Es ist unmöglich, den neuen Zeiten mit alten Regeln zu begegnen", sagte der Telefónica-Chef. "Unsere Branche bittet nicht um Privilegien, nur um Gerechtigkeit." Das ist das alte Lied der Regulierung von neuen Playern wie Whatsapp oder Signal, die auf den Netzen der Telcos ihre Dienste anbieten. Álvarez-Pallete bringt es auf die Formel: "Gleiche Dienste, gleiche Regeln."

Es ist der erste reguläre MWC seit drei Jahren: 2020 wurde die Messe kurz vor Beginn wegen der aufkommenden Corona-Pandemie abgesagt. Im vergangenen Jahr wurde die Messe in den Sommer verlegt, trotzdem kamen nur wenige internationale Besucher – insgesamt waren es rund 20.000. Auf dem MWC 2019 waren nach Angaben der Veranstalter rund 109.000 Teilnehmer.

(vbr)