MacBook-Lieferprobleme: Fertiger erwägt Umzug der Produktion

Die chinesische Großstadt Shanghai steckt immer noch im Lockdown fest. Apple-Monteur Quanta erwägt deshalb, die Herstellung zu verlagern.

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Shanghai im Lockdown

(Bild: August_0802/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Apple leidet aktuell deutlich an den Folgen der chinesischen Zero-COVID-Politik: Endfertiger und Komponentenlieferanten in der Volksrepublik haben zum Teil ganz geschlossen oder arbeiten nur eingeschränkt, was die Lieferzeiten beliebter Produkte enorm verlängert.

Stark betroffen sind Macs – und hier besonders die beliebten MacBook-Pro-Notebooks mit M1 Pro und M1 Max. Der zentrale Produzent für diese Maschinen erwägt nun die Verlegung einer ganzen Herstellung, berichten informierte Kreise gegenüber dem Elektronikfachblatt DigiTimes. Demnach möchte der taiwanische Auftragsfertiger Quanta Computer sein wegen eines gigantischen Lockdowns auf Sparflamme laufendes Werk in Shanghai teilweise an einen anderen Standort umziehen.

Angedacht ist demnach ein anderes Quanta-Werk in Chongqing in Südwestchina. Der Vorteil: Aktuell gibt es dort keinen Lockdown. Ob und wie schnell ein solcher Umzug möglich ist, bleibt allerdings unklar – es dürfte mindestens mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate dauern, bis die Kapazitäten wieder angemessen steigen. So muss neben der Logistik auch die Personalseite gestemmt werden – ergo: genügend Mitarbeiter gefunden werden, die die Rechner zusammenschrauben.

Aktuell läuft die MacBook-Pro-Fertigung nur mit geringer Kapazität. Sie soll 10 bis 20 Prozent der üblichen Produktion betragen. Es gibt zu wenig Mitarbeiter – weil diese aufgrund der Befehle der Stadtverwaltung in ihren Wohnungen in Shanghai verbleiben müssen –, aber auch zu wenige Komponenten. Diese stecken in Lkws und Schiffen fest und werden zu langsam ausgeladen, weil auch die Logistikzentren Personalmangel haben.

Aus Shanghai kommen mittlerweile Berichte, dass sich der Lockdown langsam auflöst. Allein, weder die Bevölkerung noch mancher Beobachter glauben daran. So hatte die Regierung den ersten Lockdown im Frühjahr als nur kurz angekündigt – er zog sich dann über Monate. Angeblich wurden nun zumindest wieder Apotheken, Supermärkte und kleine Läden geöffnet, heißt es in einem Bericht von CNN. Apple schaut sich unterdessen nach neuen Standorten außerhalb Chinas um: So soll sich Konzernchef TIm Cook gerade mit dem vietnamesischen Ministerpräsidenten getroffen haben.

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(bsc)