MacBooks für Millionen geklaut und verkauft

Eine Angstellte einer bekannten Silicon-Valley-Uni bestellte zahlreiche Apple-Produkte und veräußerte sie dann einfach unbemerkt weiter.

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Von
  • Ben Schwan

In Kalifornien soll es einem Geschwisterpaar gelungen sein, über ein Jahrzehnt lang viel Geld mit gestohlenen Apple-Produkten zu verdienen. Patricia C. war bei einer privaten Universität im Silicon Valley beschäftigt – Medienberichten zufolge war es Stanford – und soll seit mindestens 2009 stets mehr MacBooks bestellt haben, als von ihrem Institut eigentlich benötigt worden waren. Zunächst allein und später zusammen mit ihrem Bruder seien diese dann im Internet verkauft worden, etwa über das Anzeigenportal Craigslist, heißt es vom zuständigen Staatsanwalt.

C. hatte an ihrem Institut unter anderem die Aufgabe, Ersatzgeräte für Mitarbeiter zu erwerben, denen alle drei Jahre ein neues Apple-Notebook zusteht. Dabei orderte sie regelmäßig zusätzliche Hardware, ohne dass dies zunächst der Institutsleitung aufgefallen wäre. Nach dem Verkauf via Craigslist professionalisierte C. das Geschäft, so die Ankläger.

Sie arbeitete mit mehreren Ankäufern zusammen, dabei fielen auch PayPal-Rechnungen an, die die Strafverfolger nun als Beweismittel nutzen konnten. Vor sechs Jahren begann C. dann eine Zusammenarbeit mit ihrem Bruder Eric C., der die MacBooks wiederum über einen erneut über Craigslist gefundenen Mann weiterveräußerte, der die Hardware auch in andere US-Bundesstaaten verschickte.

Insgesamt sollen über das Jahrzehnt 800 MacBooks erworben, entwendet und weiterverkauft worden sein, so der zuständige US-Staatsanwalt McGregor W. Scott. Dabei kamen rund 2,3 Millionen US-Dollar an Einnahmen zusammen. Die Universität zahlte über 4 Millionen Dollar für die Produkte. Patricia C. drohen nun bis zu zehn Jahre Gefängnis und eine sechsstellige Geldstrafe. Ihrem Bruder stehen bis zu fünf Jahre Gefängnis ins Haus sowie eine Geldstrafe in gleicher Höhe.

Warum die Universität, die als Top-Einrichtung im Silicon Valley gilt, die verschwundenen und dennoch bezahlten Rechner erst nach einem Jahrzehnt bemerkt hat, ist unklar. Die Ermittler erlangten unter anderem Zugriff auf Textnachrichten zwischen Eric C. und einem Ankäufer. Dieser wollte teilweise deutlich mehr Geräte erwerben, als die beiden Geschwister anbieten konnten. "Ich würde wortwörtlich 100 kaufen", schreibt er dort. (bsc)