Mach mal 'ne Pause: Instagram testet "Take a Break"-Funktion

Instagram will mit einer neuen Funktion die Selbstkontrolle über die Nutzung des sozialen Netzwerks stärken – und besonders Teenager besser schützen.

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(Bild: Ink Drop/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Instagram testet eine Funktion, die ihre Anwenderinnen und Anwender darauf hinweist, eine Pause bei der Nutzung des sozialen Netzwerks einzulegen. Das teilte Instagram-Chef Adam Mosseri am Mittwoch auf Twitter in einer Video-Botschaft mit. Damit geht Mosseri auf das Bestreben von Instagram ein, gesündere Social-Media-Gewohnheiten zu fördern und insbesondere Teenager von einem allzu ausufernden Social-Media-Konsum abzuhalten.

Nach Angaben von Mosseri habe der Test der "Take a Break" genannten Funktion bereits in dieser Woche begonnen. Demnach erinnert die App den Nutzer nach 10, 20 oder 30 Minuten daran, eine Pause einzulegen, um sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Die Funktion ist optional, die Pausenerinnerungen können individuell selbst festgelegt werden. Ploppt die Erinnerung während der Nutzung auf, kann sie mit einem Tap auf "Ok" beendet werden. Es besteht also kein Zwang, dann tatsächlich eine Pause einzulegen. Dazu bieten die mobilen Betriebssysteme iOS mit "Bildschirmzeit" und Android mit "Digital Wellbeing & Jugendschutzeinstellungen" die Möglichkeit, Auszeiten zu definieren.

Instagram-User, die Teil des Tests sind, werden die Funktion in den "kommenden Tagen" verwenden können, sagte Mosseri. Zunächst wolle man aber Feedback sammeln. Möglicherweise könnte die Funktion noch nicht so gut ausfallen, wie es Nutzerinnen und Nutzer erwarten. Dann würden eventuell noch Anpassungen erfolgen. Mosseri geht davon aus, dass "Take a Break" bereits im Dezember an alle Instagram-Anwender ausgerollt werden könnte.

Instagram und der Mutterkonzern Meta (ehemals Facebook) stehen nach den Anschuldigungen der ehemaligen Facebook-Angestellten und Whistleblowerin Frances Haugen unter Druck. Haugen hatte im September öffentlich gemacht, dass Instagram von den negativen Auswirkungen des eigenen Netzwerks wisse und Jugendlichen Schaden nehmen könnten. Facebook, so die Vorwürfe damals, ergreife allerdings nicht ausreichende Maßnahmen, um dies zu verhindern.

Im Oktober sagte Haugen bei einer Anhörung vor dem Verbraucherschutz-Unterausschuss vom US-Kongress aus, dass Facebook den eigenen Profit über die Sicherheit seiner Nutzer stelle. Negative interne Untersuchungsergebnisse würden unter den Tisch gekehrt. Jugendliche hatten bei den Umfragen zu Protokoll gegeben, dass ihnen die Selbstkontrolle fehle, um die Nutzung von Instagram einschränken zu können.

Facebook kündigte daraufhin an, mehr für den Schutz jugendlicher Nutzer unternehmen zu wollen. Dazu sollen Kontrollfunktionen für Instagram eingebaut werden: für Eltern und die Anwender selbst. Darunter fällt auch die "Take a Break"-Funktion, die die Selbstkontrolle unterstützen könnte. Zudem will Meta die Nutzung des Netzwerks von Jugendlichen stärker überwachen.

(olb)