Machine Learning: ML Kit erkennt E-Mail-Adressen, IBANs, Datumsangaben und mehr

Die neue Entity-Extraction-API erweitert das Natural Language Processing um Funktionen zur Erkennung und Verwendung von Entitäten.

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(Bild: Shutterstock)

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Google hat das auf Machine Learning in mobilen Anwendungen ausgelegte Software Development Kit (SDK) ML Kit um einen neue API zum Erkennen und Verwalten von Entitäten beziehungsweise Einheiten innerhalb von Texten erweitert. Die Entity Extraction ist unter dem Bereich Natural Language Processing aufgehängt und erkennt derzeit elf unterschiedliche Textobjekte wie E-Mail-Adressen, URLs oder Telefonnummern.

Google hatte das SDK erstmals auf der Google I/O 2018 vorgestellt. Es enthält unter dem Schlagwort "Vision" Methoden für die Bild- beziehungsweise Videoanalyse, während sich unter "Natural Language" Funktionen für das Analysieren und Verarbeiten von Texten befinden. Ursprünglich war das ML Kit eng mit Firebase verbunden, aber im Juni hat Google es von der Mobilplattform gelöst.

Die API ist darauf ausgelegt, sogenannte Entities – deren deutsche Übersetzung Entitäten holprig wirkt – zu erkennen, um beispielsweise durch einen Chatbot kontextbezogene Antworten oder passende externe Apps zu finden.

Die API erkennt die Entitäten Adresse, E-Mail, Flugnummer, Geldbetrag inklusive Währung, IBAN, ISBN, Payment-Karte, Telefonnummer, Tracking-Nummer, URL sowie Zeit und Datum. Zum Start deckt die API fünfzehn natürliche Sprachen ab, zu denen auch Deutsch gehört.

ML Kit erkennt neuerdings den Text und den zugehörigen Typ unterschiedlicher Entitäten.

(Bild: Google)

Die API durchsucht Texte nach entsprechenden Objekten, um sie jeweils als Paare aus "Entity Type" und "Entity Text" bereitzustellen. Dabei überträgt sie relative Informationen in konkrete und formt beispielsweise aus "gestern" oder "morgen" absolute Datumsangaben wie "13.12.2020" beziehungsweise "15.12.2020".

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Unter der Haube setzt die API auf die 2018 vorgestellte API Smart Linify zur Textklassifizierung auf. Sie verwendet ein künstliches neuronales Netz, um zusammengehörige Bereiche als Entity zu erkennen.

Das neuronale Netz unterscheidet zwischen dem vorangehenden und abschließenden Kontext sowie dem Anfang und Ende der Entität.

(Bild: Google)

Weitere Details zur Entity-Extraction-API und ersten Anwendungen lassen sich dem Google-Entwicklerblog entnehmen. Eine ausführlichere technische Beschreibung von Smart Linkify findet sich in einem älteren Beitrag in Googles KI-Blog.

(rme)