MagentaGaming: Telekom stampft ihren Cloud-Dienst ein

Nach knapp anderthalb Jahren zieht die Telekom bei MagentaGaming den Stecker: Die Nachfrage am Cloud-Gaming-Dienst sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

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(Bild: Lord Beard/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel Herbig

Der Cloud-Streaming-Dienst der Deutschen Telekom stellt den Dienst ein: MagentaGaming wird Ende Februar nach kurzem Betrieb abgeschaltet. Die Telekom begründet diesen Schritt mit mangelhafter Nachfrage an dem Stadia-Konkurrenzdienst.

Zuerst hatte "Caschys Blog" über das bevorstehende Aus von MagentaGaming berichtet. Die Deutsche Telekom bestätigte den Bericht gegenüber heise online: "MagentaGaming wurde leider nicht wie erhofft angenommen, sodass wir uns dazu entschieden haben, den Dienst einzustellen", sagte eine Sprecherin. Die Telekom nimmt bereits keine neuen Bestellungen des Dienstes mehr an. Am 26. Februar sollen alle Abos auslaufen, Kundinnen und Kunden sollen am 25. Januar per Mail informiert werden.

MagentaGaming war im August 2020 nach längerer Beta-Phase gestartet. Das Konzept: Wer MagentaGaming abonniert, kann alle Spiele im Abo gratis spielen. Damit unterscheidet sich MagentaGaming von Stadia, wo viele Titel zusätzlich gekauft werden müssen, und Nvidias GeForce Now, wo Spiele auf separaten Plattformen erworben werden müssen. Die Telekom bot MagentaGaming allen Interessenten einen Monat kostenlos an, danach kostete der Dienst 7 Euro im Monat.

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Das Spieleaufgebot dürfte die größte Schwachstelle von MagentaGaming gewesen sein: Hochwertige Spiele wie "Brothers: A Tale of Two Sons", "Control" und "Ghostrunner" blieben die Ausnahme, die meisten der etwa 120 enthaltenen Spiele sind unbekannte Titel mit geringem Budget. Die Telekom selbst nennt "Garfield Kart", "Asterix und Obelix: XXL3" und "Police Helicopter Simulator" als Highlights des Abo-Portfolios – Spiele-Enthusiasten spricht man so nicht an.

Zum frühen Aus von MagentaGaming dürfte auch die schwierige Position von Cloud Gaming insgesamt beigetragen haben: Das vor wenigen Jahren als Zukunft der Videospiele heiß gehandelte Spiele-Streaming auf diverse Endgeräte konnte sich bislang nicht breit durchsetzen. Obwohl Spielegrafikkarten und Konsolen seit Monaten rar sind, bevorzugen viele Spielerinnen und Spieler noch das Zocken auf lokaler Hardware. So blieb auch Googles Dienst Stadia hinter den Erwartungen zurück, für Stadia eröffnete Entwicklerstudios wurden wieder geschlossen. Google versucht mittlerweile, die Stadia-Technik als weiße Ware für Dritthersteller zu etablieren.

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Zwei weitere Player auf dem Cloud-Gaming-Markt sind Nvidia und Microsoft. Beide setzen auf Cloud-Gaming als Zusatzangebot: Bei Nvidias GeForce Now kann man Titel streamen, die man anderswo ohnehin schon gekauft hat. Und Microsofts Angebot xCloud ist als Extra in seinen Spieleabodienst Game Pass integriert, der Titel standardmäßig lokal installiert.

(dahe)