Magnetbänder: LTO-9-Tapes kommen mit weniger Kapazität als erwartet

Statt einer Verdopplung gibt es bei der neuen Generation nur 50 Prozent mehr Kapazität. Das beeinflusst auch die weitere Roadmap mit LTO-10 und nachfolgend.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 58 Beiträge
Magnetbänder: LTO-9-Tapes kommen mit weniger Kapazität als erwartet

(Bild: IBM)

Update
Von
  • Mark Mantel

Die drei Hersteller Hewlett Packard Enterprise (HPE), IBM und Quantum haben die Spezifikation der neunten Generation Linear Tape Open (LTO) finalisiert. LTO-9-Magnetbänder speichern unkomprimiert 18 TByte Daten, mit Komprimierung sind bis zu 45 TByte drin. Die Bänder lassen sich in Ultrium-9-Laufwerken beschreiben und auslesen.

Typischerweise kommen solche Magnetbänder zur Datensicherung in Unternehmen zum Einsatz, die große Backups erstellen müssen. Denn während die Tapes selbst im Vergleich zu Festplatten mit gleicher Kapazität günstiger ausfallen, kosten die erforderlichen Ultrium-Laufwerke mehrere Tausend Euro.

18 TByte sind derweil weniger als angenommen. Normalerweise verdoppelt jede Generation die Kapazität in etwa – für LTO-9 wurden 25 TByte pro Magnetband erwartet. Der LTO-Verbund schreibt in der Ankündigung zur neunten Generation, dass 18 TByte eine "Balance aus Kosten und Nutzen" darstellen und den "derzeitigen Markt zur Datensicherung adressieren".

Die Kapazitätsänderung bringt derweil auch Anpassungen der weiteren Roadmap mit sich: HPE, IBM und Quantum wollen die Kapazitäten in den nächsten Generationen ausgehend von LTO-9 mit 18 TByte verdoppeln, sodass bei LTO-10 etwa 36 statt 48 TByte zu erwarten sind. Danach geht die Schere noch weiter auseinander.

Lesen Sie auch

Zu den weiterhin unterstützten Features von LTO-9 gehören eine Hardware-Verschlüsselung der Daten, "Write Once, Read Many" (WORM) und das Dateisystem Linear Tape File System (LTFS). Quantum will ab dem ersten Quartal 2021 LTO-9-Magnetbänder an Großkunden ausliefern. Vorher nimmt der Hersteller lediglich Vorbestellungen entgegen.

[Update, 11.9.20, 9:10 Uhr:] Korrektur im letzten Absatz: Die Funktionen unterstützten schon vorherige Generationen. (mma)