Mainframe-Ausbildung: Glänzende Berufsaussichten, fehlt jedoch im Studium meist

Interesse und Perspektiven sind vorhanden

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Wie fällt die Resonanz der Studenten auf Ihre doch eher exotischen Lehrveranstaltungen aus? Und wie passen diese Veranstaltungen in das Curriculum klassischer Studiengänge wie Informatik oder Wirtschaftsinformatik?

Wir bieten das Thema als Wahlpflichtmodule im Masterstudium Informatik, Wirtschaftsinformatik oder verwandten Fächern an, als Vertiefungsfach im Bereich angewandte Informatik. Die Resonanz ist eigentlich immer sehr gut. Denen, die es machen, gefällt es sehr gut und die erzählen es auch weiter. Einige gehen dann auch beruflich in diese Richtung.

Welche Anreize können Sie setzen, damit Ihre Studienangebote mit Mainframe-Inhalten auch tatsächlich genutzt werden?

Die werden ja genutzt, das ist schon ok! Ich denke, es spricht sich auch herum, dass die Vorlesungen interessant sind. Darüber hinaus kann man in Gastvorträgen in anderen Veranstaltungen sicherlich Interesse wecken und auf die Vorlesungen hinweisen. Das machen wir schon, aber da wollen wir noch mehr machen. Das ist auch eine gute Möglichkeit, weitere Hochschulen mit ins Boot zu nehmen.

Ist der beklagte Fachkräftemangel im Mainframe-Umfeld ein Anreiz? Falls nein: Warum nicht?

Eher nicht, da in allen Bereichen der IT ja ein Fachkräftemangel herrscht und die Berufsaussichten ja generell glänzend sind, egal in welchem Themenfeld. Die meisten Absolventen haben ja schon vor dem Abschluss einen Job, oft über langjährige Tätigkeiten als Werkstudierende. Da muss man früher ansetzen, eben zum Beispiel mit Vorlesungen und Seminaren, so wie wir sie machen.

Wie schätzen Sie die Entwicklung im Arbeitsmarkt für Mainframe-Experten ein?

Diese ist sicher sehr gut – vor allem für diejenigen, die sowohl klassische Technologien wie COBOL als auch moderne Software-Entwicklung mit Java und Python beherrschen. Ich sehe auch, dass der Arbeitsmarkt hier zunehmend enger und somit die Gehälter und Perspektiven aus Absolventensicht immer besser werden.

Der moderne Mainframe gleicht sich ja auch immer mehr an andere Plattformen an. Deshalb ist das auch keine Nische oder Sackgasse, weil man da ja auch aktuelle Themen wie KI oder Blockchain machen kann. Ich sehe den Mainframe heute als Teil einer effektiven Hybrid-Cloud -Strategie.

Wie wichtig ist eine Kenntnis zumindest von Mainframe-Basics für Studenten, auch wenn sie ihre Zukunft in ganz anderen Bereichen wie KI oder Cloud Computing sehen?

Wie schon gesagt, denke ich, dass jeder Informatik-Absolvent zumindest mal davon gehört haben sollte: Zum einen, um den Überblick zu haben und die Relevanz einschätzen zu können, zum anderen, weil IBM die Systeme ja inzwischen mit LinuxONE auch als High-End-Linux-Server oder Cloud-Services auch für neue Kundenbereiche wie Fintechs positioniert. Von daher ist das Thema auch für Studierende mit einem anderen Fokus nützlich. Ein bekanntes Beispiel hier ist ja das Start-up Plastic Bank. Mit so einer Story kann man dann über das Thema Nachhaltigkeit auch noch ganz andere Zielgruppen erreichen.