Mainframe-Ausbildung: Glänzende Berufsaussichten, fehlt jedoch im Studium meist

Anreize und Ausstattung an den Hochschule

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Was könnten die Hochschulen tun, um die IT-Ausbildung rund um Großrechner zu verbessern – und was tun sie heute wirklich?

In den letzten Jahren hat sich da schon viel bewegt! Es gibt immer mehr Hochschulen, an denen es Wahlpflichtmodule zu dem Thema gibt, so an den Universitäten Frankfurt, Tübingen, Leipzig, Magdeburg oder Erlangen – und an vielen Fachhochschulen ebenfalls.

Darüber hinaus haben wir zumindest für Bayern inzwischen auch entsprechende Online-Kurse über die virtuelle Hochschule Bayern geschaffen, die allen Studierenden jeder bayerischen Hochschule und Universität als Wahlpflichtfächer offen stehen. Damit kann man das Thema natürlich noch viel besser in die Fläche bringen. Zusätzlich sind Gastvorträge oder Ringvorlesungen ein Angebot, um Studierende für das Thema zu interessieren. Das machen wir auch in Erlangen. Es gibt natürlich noch viel zu tun, aber wir als AMC sind dabei, weitere Hochschulen ins Boot zu holen.

Inwieweit könnte es helfen, wenn sich die Hochschulen selbst einen Großrechner anschaffen? Wie ließe sich das finanzieren?

Ich denke, dedizierte Hardware an Hochschulen macht durchaus Sinn, weil man dann die Maschine auch mal zeigen kann und wirklich Forschung damit machen kann. Allerdings ist so ein Mainframe ja ein komplexes System und man braucht schon Know-how und Aufwand, um ihn dauerhaft zu betreiben. Von daher lohnt sich das nicht für jede Hochschule – und würde auch keinen Sinn machen.

Aber wir haben an mehreren Universitäten eigene Systeme in Betrieb, auch als Anschauungsobjekte. Dies dort, wo es einen größeren Bedarf gibt, quasi als Leuchttürme. Aktuell sind dies die Universitäten Frankfurt, Tübingen und Leipzig. Dort stehen gebrauchte Maschinen, die in der Wirtschaft ausgemustert wurden. Diese sowie die zugehörigen Plattensysteme sind uns von Firmenmitgliedern des AMC, nämlich T-Systems, Atruvia und Datev, dankenswerterweise gespendet worden. Über die Mitgliedsbeiträge wird dann auch der Betrieb finanziert. Aber man kann auf diesen Systemen problemlos auch weitere Hochschulen mit laufen lassen, denn es macht sicherlich keinen Sinn, dass jede Hochschule einen eigenen Mainframe hat.

Herr Professor Brune, vielen Dank für das Interview! IBMs Business-Sicht auf den Mainframe widmete sich die erste Folge der Mainframe-Interviews, weitere Einblicke gibt es zur Anwendungsmodernisierung und zur Qual der Wahl bei der Ablösung der Technik. (fo)